CDU-Politiker Henning Otte sieht Reform als Chance für die Region

Wehrdienst mit Zukunft

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Neuanfang bei der Bundeswehr: Nach Aussetzen der Wehrpflicht kann die Bundeswehr trotzdem nicht über Nachwuchsmangel klagen, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Henning Otte.

Uelzen. Die Reform der Bundeswehr sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Celle/Uelzen, Henning Otte, als Chance. Während viele Standorte im Bundesgebiet stark reduziert werden, gilt die Heide-Gegend weiterhin als bundeswehrstärkste Region in Deutschland.

In dieser Zeit der Umstrukturierung wurde Otte zum Vizepräsidenten der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik in Bonn-Bad Godesberg gewählt. In der ehrenamtlichen Aufgabe will sich der stellvertretende Sprecher des Verteidigungsausschusses der CDU-/CSU-Fraktion verstärkt für einen intensiven Austausch zwischen den Streitkräften, Politik und Wirtschaft einsetzen und dafür werben, dass „die Bundeswehr zu einer Einsatzarmee mit effektiven und effizienten Strukturen“ entwickelt wird, erklärt er. Aber was bedeutet das für Soldaten oder auch angehende freiwillige Wehrdienstleistende in der Region?.

• „Der Fliegerhorst in Faßberg bleibt in vollem Umfang erhalten“, berichtet Otte. „Die bisherige Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3) wurde zum Technischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe aufgewertet.“ Im Gegenzug werde in Kaufbeuren in Bayern die Schule der Luftwaffe aufgelöst, die lange Zeit als Konkurrenzstandort zu Faßberg angesehen worden sei.

• Auch Celle sei bei der Strukturreform gut weggekommen. Dort soll ein Ausbildungs- und Übungszentrum eingerichtet werden, so dass mehr als 400 Dienstposten und etwa zweimal pro Jahr 500 Lehrgangsteilnehmer, die jeweils bis zu ein Jahr lang in Celle stationiert werden, in der Immelmann-Kaserne unterkommen. Hinzu komme unter anderem eine regionale Sanitätsversorgung und die Bundesfeuerwehr für den Flugplatz.

• Munster bleibe trotz des Wegfalls von Wehrdienstleistenden mit mehr als 5000 Posten der größte Heeresstandort bundesweit.

• Der NATO-Truppenübungsplatz in Bergen bleibt ebenfalls mit über 500 Plätzen „stark aufgestellt“, so Otte.

• Zudem gehören weiterhin mehr als 700 Personen zum Stammpersonal des Lüneburger Standortes , zuzüglich der Lehrgangsteilnehmer.

„Was die Freiwilligen-Zahlen anbelangt, können wir eine gute Bilanz aufweisen“, zeigt sich Otte zufrieden über die bundesweiten Zahlen. „Im ersten Jahr haben sich 8500 Freiwillige gemeldet. Vom Januar bis März 2012 waren es 2800, im April 2012 kamen noch mal 1500 Freiwillige dazu.“ Damit sei der Bedarf an Freiwilligen gedeckt, und auch das Bildungsniveau sei „erfreulich hoch“.

Das Bundeskabinett hat in dieser Woche beschlossen, dass beim freiwilligen Wehrdienst nur noch der Gehaltsbestandteil „Wehrsold“ steuerfrei sein soll. Das sind im Monat aktuell etwa 280 bis 350 Euro. Weitere Bezüge wie der Wehrdienstzuschlag, besondere Zuwendungen sowie unentgeltliche Unterkunft und Verpflegung dagegen werden ab dem 1. Januar 2013 steuerpflichtig.

Die gute Bewerbungslage zeigt nach Ansicht des Bundespolitikers, dass der freiwillige Wehrdienst bei den jungen Menschen ankomme. „Deshalb ist es wichtig, dies nicht durch eine Vollversteuerung der Bezüge zu gefährden. Aus diesem Grund, habe ich mich auch gegen den ersten eingebrachten Entwurf ausgesprochen und begrüße, dass eine Kompromisslösung gefunden werden konnte“, erläutert er. Wer freiwillig den Wehrdienst antritt, kann sich für sieben bis 23 Monate verpflichten und erhält zwischen 17 000 und 23 000 Euro brutto im Jahr. „Rund zwei Drittel der Bewerber gehen jedoch nur für maximal ein Jahr zur Bundeswehr“, weiß der Abgeordnete. Im Höchstfall müsse ein Soldat, der sich für 23 Monate verpflichtet hat und den Dienst im Januar antritt, knapp 1200 Euro Steuern zahlen. „Das halte ich für einen vertretbaren Kompromiss. Meiner Ansicht nach muss aber im Zuge dessen eine Anhebung des Wehrsoldes erfolgen.“

Von Diane Baatani

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