Kreativ gegen die Kino-Flaute

Wegen Corona: Renate Böhm trotzt dem Mangel an neuen Filmen

Trotz aller Umstände behält sich Renate Böhm ihren Optimismus bei. Sie will mit besonderen Angeboten die Film-Flaute auffangen.
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Trotz aller Umstände behält sich Renate Böhm ihren Optimismus bei. Sie will mit besonderen Angeboten die Film-Flaute auffangen.

Uelzen – Das Coronavirus und sein Rattenschwanz: Weltweit wurde die Produktionen von Filmen teilweise komplett eingestellt, große Blockbuster wie „James Bond“ oder „Mulan“ wurden verschoben.

Das trifft auch die Kinos, denen die Filme fehlen, um ihr Programm zu bestücken – so auch im Uelzener Central-Theater.

Seit Mitte Juli begrüßt Renate Böhm wieder Gäste in ihrem Kino. Richtig ins Rollen kam der Betrieb bislang jedoch nicht, was Böhm auf die Verunsicherung der Leute zum einen und auf die fehlenden großen Filme zum anderen zurückführt. 88 Leute in der Wiederaufführung des Klassikers „Blues Brothers“ – „Das war eigentlich unser größter Erfolg“, sagt Böhm. Zufrieden sei sie außerdem mit dem Angebot an Kinderfilmen. Als „kleine Erfolgserlebnisse“ beschreibt die Kino-Chefin die gut besuchten Vorstellungen. „Das war unser Glück: Die Ferien haben angefangen“, meint Böhm erleichtert, aber auch das durchwachsene Wetter habe die Situation begünstigt.

Ausruhen kann und will sich Renate Böhm darauf aber nicht. „Ich habe mir gedacht: Du musst jetzt kreativ sein. Das ist in diesen Zeiten ein hohes Gut: Kreativität“, sagt Böhm lachend. Und so nahm sie den Telefonhörer in die Hand und fragte bei vielen Verleihern nach, welche Filme zu bekommen seien. Das Ergebnis: „Wir mischen jetzt alte Filme mit dem, was wir kriegen können.“ Opern, Konzerte von André Rieu bis Pink Floyd, Musikfilme wie „Bohemian Rhapsody“ oder auch alle drei Teile von „Der Herr der Ringe“ mit zusätzlichen Szenen stehen nun auf dem Programm – letztere, um auch das jugendliche Publikum anzusprechen.

Denn obwohl ein Angebot für Kinder besteht und auch Senioren mit dem wieder startenden Kino-Kaffee-Nachmittag bedient werden, konnte die jugendliche Zielgruppe bislang kaum gelockt werden. Hoffnung setzt Böhm jetzt in den Blockbuster „Tenet“, der wegen der Corona-Lage in den USA nur in Europa startet. Böhm hofft, dass nun auch andere Studios diesem Beispiel folgen und weitere große Filme auf den Markt kommen.

Aller Unsicherheit zum Trotz hat Renate Böhm ihren Optimismus nicht verloren: „Ich habe mir vorgenommen, mutig in die Zukunft zu schauen.“ Sie sei glücklich, ihr Kino überhaupt wieder öffnen zu können, was auch Kunden und Mitarbeiter freue. „Das ist wirklich eine Freude, wie alle mitmachen, um den Betrieb zu unterstützen“, lobt Böhm das Engagement. Wichtig war für sie außerdem, dass die Maskenpflicht für die Kunden aufgehoben wurde, wenn sie am Platz sitzen: „Da soll man seinen Film genießen können wie in den alten Zeiten“, sagt Böhm lächelnd. VON DANIEL BIELING

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