Wo das Wasser fließt

Beregnungsverband Uelzen ermittelt Grundwassermenge im Kreis Uelzen

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Die Feldberegnung hat für die Landwirtschaft im Landkreis Uelzen eine herausragende Bedeutung. Zurzeit wird geklärt, welche Grundwassermengen dafür genutzt werden können.

Uelzen/Landkreis. Wie viel Grundwasser ist im Landkreis Uelzen zu finden und welche Menge kann zur Beregnung entnommen werden, ohne Ökosysteme zu schädigen? Mit diesen beiden Fragen beschäftigt sich zurzeit der Dach- verband Feldberegnung Uelzen.

„Wir ermitteln gerade, wo welche Menge Grundwasser ist und ob es auch genutzt werden kann“, sagt Verbandsingenieur Jörg Martens. Dazu wird zusammen mit dem Feldberegnungsverband Lüneburg auf einer Fläche von rund 3850 Quadratkilometern ein sogenanntes Grundwasserströmungsmodell der Ilmenau erstellt.

Dabei wird auch der Einfluss benachbarter Flüsse wie der Ise im Landkreis Gifhorn und der Jetzel in Lüchow-Dannenberg berücksichtigt. Durch dieses Modell lässt sich etwa feststellen, mit welcher Menge Grundwasser Gewässer jährlich gespeist werden und wie sich der Klimawandel auf die Grundwasserneubildung auswirkt. Dafür werden rund 500 000 Euro investiert.

„Das Ziel ist es, zu verhindern, dass einzelne Biotope durch eine zu hohe Entnahme von Grundwasser trocken fallen und die Natur dadurch Schaden nimmt“, sagt Martens. Insgesamt sei die Erstellung des Modells eine sehr komplexe Angelegenheit, die 2019 abgeschlossen sein soll. „Im Ergebnis wissen wir dann aber genau, wie viel Grundwasser zur Beregnung abgeschöpft werden kann“, erklärt Martens.

Um die benötigten Daten zu ermitteln, sind insgesamt 1194 Beregnungsbrunnen im Landkreis Uelzen erfasst worden, aus denen eine Fläche von 54 832 Hektar beregnet wird. Hinzu kommen noch 18 000 weitere Bohrungen und Brunnendaten im gesamten Messgebiet.

Nötig wurde die Untersuchung der Grundwassermenge laut Martens durch erhöhte Anforderungen in der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Die Feldberegnung hat für die Landwirtschaft im Landkreis Uelzen eine herausragende Bedeutung. Momentan werden jährlich rund 40 Millionen Kubikmeter Grundwasser zur Beregnung entnommen. „Ohne die Beregnung des Bodens wäre eine verlässliche Landwirtschaft in der Region nicht möglich“, sagt Martens.

Von Lars Lohmann

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