Weniger Verkehr, mehr Events

Warum Uelzens Marktstraßen an Wochenenden eine autofreie Zone werden sollen

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Geparkte Wagen am Straßenrand, Fußgänger und Autos, die sich auf der Kreuzung begegnen – solche Bilder würden im Sommer an den Wochenenden der Vergangenheit angehören, wenn sich die UWG mit ihrer Idee durchsetzt. 

Uelzen – Eine Hüpfburg an der Kreuzung vorm Alten Rathaus, auf der Kinder toben; ein Foodtruck, der Station im Herzen von Uelzen macht. „Es ist vieles denkbar, wenn kein Verkehr durch die Marktstraßen fließt“, sagt Ralf Munstermann, der für die UWG im Stadtrat sitzt.

Seine Fraktion setzt sich nun dafür ein, dass an den Wochenenden im Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September eines Jahres die Marktstraßen eine autofreie Zone werden. Geht es nach der UWG, sollte es bereits 2019 losgehen. Ein Antrag an den Rat der Stadt ist gestellt. Die Politik wird sich damit befassen.

Ralf Munstermann, UWG-Fraktionim Stadtrat

Die Sperrung sei nicht nur wegen möglichen Aktionen in den Marktstraßen interessant, sagt Munstermann. Gerade der Sommer und die Wochenenden würden zu einem Spaziergang durch die Stadt einladen, zu einem Mittag- oder Abendessen bei einem Gastronom. Bei einer Sperrung könne der Bummel und das Essen mehr genossen werden. „Die Menschen sitzen in den Außenbereichen nicht mehr im Verkehr.“

Etwa 3.000 Fahrzeuge durchqueren nach Angaben der Hansestadt wochentags binnen 24 Stunden die Marktstraßen. Zu den Wochenenden gibt es keine Erhebungen, Autos bahnen sich aber auch dann ihren Weg an den Außenbereichen der Gastronomien vorbei. Halbstarke lassen dabei gelegentlich die Motoren aufheulen. Auch das hätte ein Ende mit einer Sperrung an den Wochenenden, so die Ratsfraktion.

Die UWG glaubt, dass im Ergebnis die Marktstraßen attraktiver werden für Gastronomen, sodass auch neue Lokale entstehen könnten. Räume stehen dafür zur Verfügung, vor allem an der Lüneburger Straße.

Der Rat wird sich nicht zum ersten Mal mit der Verkehrssituation in den Markstraßen beschäftigen. Mehrfach war sie schon Thema in den vergangenen Jahren. Die Veerßer Straße wurde von der Politik auch schon einmal zur Fußgängerzone erklärt – das war nicht von Dauer. Im Winter habe vor allem der Wind durchgefegt, sagt Munstermann. Deshalb beschränke sich der Antrag auch auf die Sommermonate – die Zeit, in der die Menschen unterwegs sind und auch Veranstaltungen im Freien stattfinden können. „Wir haben jetzt das Stadtmarketing etabliert“, sagt Munstermann. Womöglich könnten hier noch Ideen für Events entstehen.

Die ersten Rückmeldungen, die Ralf Munstermann auf die Idee der UWG bekommen hat, waren „positiv“, wie er sagt.

VON NORMAN REUTER

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