Warum keine Lösung aus einem Guss?

Von Marc Rath - In und mit Uelzens Innenstadt muss etwas passieren. Die Frage ist nur „Was“, „Wie“ und „Wann“? SPD und Verwaltung setzen derzeit alles daran, vor der Sommerpause die Pflöcke für eine Verlängerung der Fußgängerzone in die Veerßer Straße einzuschlagen.

Der Widerstand gegen Neuerungen ist unter Menschen im allgemeinen durchaus ausgeprägt. In Uelzen ist er mitunter ganz besonders groß. Das kann und sollte aber nicht der Grund sein, warum man ein Projekt durchboxen will, das allenfalls dürftig durchdacht worden ist.

Die Diskussion und die Arbeitsgruppe zur Verlegung des Wochenmarktes vor zwei Jahren hat zweierlei gezeigt: Ja, man kann einen Konsens mit nahezu allen Beteiligten herstellen. Ja, man hat dann auch eine Basis für ein erfolgreiches Projekt.

Die Arbeitsgruppe zur Belebung der Innenstadt hat dieses Ziel weitgehend verfehlt: Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Und das Ergebnis war vorhersehbar und hat einen gravierenden Haken: Die von SPD und Verwaltung favorisierte „Große Lösung“ Veerßer Straße kam nur deshalb auf einen Gleichstand mit der kleinen Variante für die Veerßer Straße, weil die Vertreter des Rathaus-Bündnisses und der Verwaltung als große Koalition abstimmten. Die betroffenen Beteiligten sprachen sich klar für eine kleinere Lösung aus.

Und nimmt man die äußeren Rahmenbedingungen der vergangenen Wochen hinzu, kann man bei aller Notwendigkeit von besseren Flaniermöglichkeiten das jetzige Durchdrücken nur kritisch hinterfragen. Da ist die Investorenlösung mit dem Alten Rathaus geplatzt. Ein wirklicher Publikumsmagnet entsteht somit an diesem Punkt bei allem Respekt vor einer Kreisvolkhochschule nun nicht mehr. Das Ausschreibungsverfahren für den Marktplatz und die Schuhstraße ist in vollem Gange. Drängt sich da nicht eine etwas spätere Lösung – aber dafür eine aus einem Guss – geradezu auf?

Überdies ist der finanzielle Handlungsspielraum der Stadt angesichts der desolaten Haushaltslage nun derart beschnitten, dass Schulen und Feuerwehr Einschränkungen vornehmen müssen. Stattdessen aber 50 000 Euro aus dem Stadtsäckel für ein unausgegorenes Projekt in die Hand zu nehmen, ist geradezu ein fatales Signal.

Ohnehin setzt man dabei im Rathaus auf eine 75-prozentige EU-Förderung. Eine derartige Zuschusskulisse lässt manchen Verantwortlichen gerne mal die Augen davor verschließen, dass auch dieses Geld vom Steuerzahler kommt und sinnvoll einzusetzen ist.

marc.rath@cbeckers.de

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