Warten auf die Perspektive

Gibt es doch noch positive Signale für die Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg? Die Stadt Uelzen wartet zurzeit auf eine Antwort vom Eisenbahn-Bundesamt. Foto: Frenz

Uelzen. Die Stadt Uelzen wartet zurzeit auf eine Antwort vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zu ihrem Widerspruch, den sie eingelegt hat gegen dessen Entscheidung, die 1996 stillgelegte Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg auf Antrag der Gemeinde Stoetze in Teilbereichen zu entwidmen.

Das heißt freizustellen von ihren ursprünglichen Eisenbahnbetriebszwecken. (Die AZ berichtete).

„Wir können im Augenblick nichts anderes tun als abzuwarten, wie das EBA unsere Widerspruchsargumente für den Erhalt der Bahnstrecke würdigt und letztlich entscheidet. Das Ganze befindet sich jetzt im Rechtsverfahren. Sollten wir unterliegen, verbleibt uns und unseren Mitstreitern noch der Weg der Klage.“ So lautete das Fazit von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat, das er Mittwochabend auf der Sitzung des Ortsrates Masendorf/Molzen/ Riestedt im Gasthaus Rehn in Masendorf zum Verfahrensstand in Sachen Erhalt und Ausbau oder Entwidmung und Abbau der 42 Kilometer langen Bahnstrecke Uelzen-Dannenberg ausführte.

Die Bahnstrecke, so Lukat, sei zwar stillgelegt, aber noch nicht entwidmet. Sie bestehe daher planungsrechtlich immer noch als Eisenbahnstrecke. Vor dem Hintergrund einer zu erwartenden rapiden Verkehrsentwicklung mit entsprechenden Transportproblemen sollte auch die Stadt Uelzen alle rechtlich zur Verfügung stehenden Verkehrswege möglichst auch nutzen und nicht ohne Not voreilig aus der Hand geben. Auch entsprechende Optionen nicht. Wo es noch eine rechtlich abgesicherte Verkehrsinfrastruktur gebe, sollte diese daher nicht leichtfertig in Frage gestellt werden. „Wenn erst ein völlig neues Planverfahren durchgeführt werden muss, besteht heute aus vielerlei Gründen kaum eine Chance, es zeitgerecht oder überhaupt zum Abschluss zu bringen“, befürchtete Uelzens Stadtoberhaupt und erinnerte an Einsprüche, Proteste oder Bürgerinitiativen. „Alles in Ordnung, verkehrsinfrastruturell oft aber sehr erschwerlich.

Die Stadt Uelzen habe dem EBA ihr Interesse bekundet, zumindest eine Teilstrecke gewidmet zu belassen, um beispielsweise auch um den Tagungsort liegende Bereiche wie bei Riestedt als Gewerbeflächen im Zuge der A39-Baus erschließen zu können. „Solange die Strecke gewidmet ist, ist im Übrigen auch die Kanalverwaltung verpflichtet, die über den Kanal führende Eisenbahnbrücke qualitativ zu unterhalten“, verhehlte Lukat nicht.

Mit an der Seite der Stadt Uelzen gegen eine Entwidmung seien unter anderen die Deutsche Regionaleisenbahn (DER) für das Netz Altmark-Wendland, die die Strecke betreiben möchte, der Förderverein Ostheide-Elbe-Bahn sowie die Gemeinden Karwitz, Zernien und verschiedene Unternehmen, die an der Bahnstrecke liegen. Letztlich dürfte es der gesamte Landkreis Lüchow-Dannenberg sein, mutmaßte der Bürgermeister. Der gegenwärtige Zustand der Bahnstrecke sei für alle regional Beteiligten unbefriedigend, gab Ratsherr Jürgen Rathjens in der kurzen Diskussion zu bedenken. „Die ganze Geschichte verwildert allmählich, ist es teils bereits. Das kann kein Dauerzustand bleiben. Uns fehlt eine Perspektive. Eine Entscheidung so oder so darf nicht länger hinausgeschoben werden“, forderte er.

Von Jochen Frenz

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