Zwölf Tatvorwürfe: Obdachloser 51-Jähriger wegen versuchter räuberischer Erpressung vor Gericht

Warten auf den Angeklagten

Uelzen. Ein Dutzend Straftaten werden ihm vorgeworfen, doch zur Verhandlung vor dem Amtsgericht gestern erschien der 51-jährige Uelzener nicht. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hat nun Haftbefehl beantragt.

Die Reihe der Tatvorwürfe gegen den amtsbekannten Mann erstreckt sich von Hausfriedensbruch über Körperverletzung bis hin zu Betrug. Insgesamt sind schon zwölf Fälle bei der Staatsanwaltschaft gemeldet. Gestern war der 51-Jährige wegen versuchter räuberischer Erpressung angeklagt.

Am 10. Januar dieses Jahres soll er vor einem Supermarkt von einem Passanten Geld gefordert haben. Dabei habe es sich lediglich um einen niedrigen Betrag von zwei Euro gehandelt, so die Anklage. Als das Opfer das Geld nicht herausgeben wollte, sei es am Ohr gezogen worden. Die anderen Taten sollen sich im Dezember 2012 ereignet haben.

Der Angeklagte ist obdachlos, daher war ihm die Ladung zur Gerichtsverhandlung per Polizei zugestellt worden. Nach Angaben seines Verteidigers Volker König sei der 51-Jährige zu einer Besprechung in der Kanzlei noch aufgetaucht. Der Sitzung vor dem Schöffengericht blieb er gestern dennoch fern. Sollte sich der Angeklagte nicht direkt entschuldigend selbst an den Vorsitzenden Richter wenden, wird Haftbefehl erlassen.

Der ursprünglich für den 1. Oktober angesetzte Fortsetzungstermin wird somit gestrichen. Sobald sich der 51-Jährige in Haft befindet, hat das Amtsgericht Zeit, innerhalb von sieben Wochen einen neuen Prozesstermin festzulegen. Bis dahin müsste dann der Mann im Gefängnis bleiben.

Obwohl es sich bei dem aktuellen Tatvorwurf lediglich um zwei Euro handelt, könnte sich die Verhandlung über einen längeren Zeitraum erstrecken. Sollte er nicht gestehen, könnte es nötig sein, dass 14 Zeugen vor Gericht angehört werden müssen, hieß es gestern vor Gericht. Zudem wurde vorgeschlagen, einen psychiatrischen Sachverständigen hinzuzuziehen. Dieser hatte für den Angeklagten auch schon vor acht Jahren im Rahmen einer Verhandlung vor dem Landgericht Lüneburg ein Gutachten erstellt. Aufgrund psychischer Probleme sei der 51-Jährige damals für zwei Jahre in die Psychiatrie gekommen.

Der Angeklagte hat auch bereits ein langes Vorstrafenregister. Nach Informationen des Gerichts sind dort 38 Einträge verzeichnet.

Von Diane Baatani

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