Die Warteliste wächst

Rund 30 Katzen wohnen vorübergehend im Uelzener Tierheim. Ebenso viele stehen auf der Warteliste.

Uelzen - Von Diane Baatani. Die Zahl freilaufender, herrenloser und unversorgter Katzen steigt derzeit rapide an. Im Uelzener Tierheim warten rund 30 auf ihre neuen Besitzer, 35 weitere stehen auf der Warteliste, die bei der Straßenmeisterei Holdenstedt, auf Friedhöfen oder auf anderen Plätzen streunen. Auch Pflegestellen sind von der so genannten Katzenschwemme hoffnungslos überfordert, teilen Wolfgang und Karin Roboom vom Tierheim Uelzen mit. „Deswegen fordern wir die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen“, erklären sie und stellen sich damit hinter die Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes und angeschlossenen Tierschutzvereinen.

Vorgestern Nacht haben Robooms wieder zwei freilaufende Katzen von einem Dach gesammelt, die sie nun katastrieren ließen. Sie werden dabei von zwei ehrenamtlichen Katzenfängerinnen unterstützt, die die Tiere anschließend kastrieren lassen und neu vermitteln.

Jüngst wurden an einem Feldweg im Raum Böddenstedt zwölf Katzenbabies ausgesetzt. Und vor kurzem stand eine Katzenmutter mit ihren drei Jungen in einem Karton vor dem Tierheim. Wenn Kapazitäten ausgeschöpft sind, können Tierheime sie nicht mehr aufnehmen. Dann besteht die Gefahr, dass die Katzen krank werden und verhungern. „Damit begeht derjenige, der sie aussetzt, Tierquälerei“, betonen die Uelzener Tierschützer und sehen sich ebenso wie Kommunen und Gemeinden vor großen Problemen. „Die freilebenden Katzen stammen letztlich alle von Katzen ab, die sich in der Obhut von Menschen befanden und deren Fortpflanzung nicht kontrolliert wurde.“

Unkastrierte Katzen können sich bis dreimal im Jahr fortpflanzen, bei drei bis fünf Jungen pro Wurf steigt ihre Zahl dann schnell sprunghaft an, erläutern Robooms. Deshalb müssten ihre Besitzer unbedingt die Katzen kastrieren lassen – anstatt die Jungen später auszusetzen.

Mit einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen habe die Stadt Paderborn bereits gute Erfahrungen gemacht. Sie hat als erstes vor zwei Jahren eine entsprechende Vorschrift in die Kommunalverordnung aufgenommen. Die zuständigen Veterinärbehörden klären in Paderborn die Katzenhalter über das Problem der unkontrollierten Fortpflanzung von Katzen auf.

Vor einigen Monaten haben Robooms das Thema schon in diversen Samtgemeinden angesprochen, verändert hat sich an der Situation bislang noch nichts. „Es ist eigentlich nicht Aufgabe des Tierschutzvereins“, stellt Wolfgang Roboom klar. „Es ist Sache der Kommunen, sich um die freilaufenden Tiere zu kümmern. Aber wenn sich alle zusammen tun, dann ist das zu schaffen“, sagt er. „Allein können wir es nicht.“

Jetzt starteten sie zu ihrer Forderung eine Unterschriftensammlung. Die Listen sind auf der Internetseite unter http://www.tierheimuelzen.de zu finden.

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