Abgebrochene Tarifgespräche / Nächste Geduldsprobe für Bahnpendler

Warnstreik bei Erixx

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Erixx-Pendler müssen sich wohl wieder in Geduld üben.

Uelzen/Landkreis. Das private Eisenbahnunternehmen Erixx kommt nicht aus den Schlagzeilen. Und es droht neues Ungemach: Die Eisenbahngewerkschaft GdL bereitet Warnstreiks vor. Das bedeutet für Bahnpendler: Zugausfälle und Verspätungen.

Erixx und GdL verhandeln seit Dezember über höheren Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. „Drei Verhandlungsrunden sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen“, sagt Hartmut Petersen, Vorsitzender des GdL-Bezirks Nord, im Gespräch mit der AZ. Nun seien die Verhandlungen abgebrochen worden und es folgt der Arbeitskampf. Einen Termin nannte Petersen noch nicht, kündigte aber an, dass man rechtzeitig informieren werde.

Aus Sicht der GdL, so Petersen, sei der Streik ein notwendiger Schritt, Erixx zeige keinen Verhandlungswillen. Der Arbeitgeber bot laut GdL eine Einmalzahlung in Höhe von 1,1 Prozent an, zusätzlich eine Lohn-Erhöhung um 2,6 Prozent. Zudem wollte Erixx den Beschäftigten mehr bei der Anrechnung von Arbeitszeiten entgegenkommen. Bislang, so Petersen, würden Arbeitsunterbrechungen wegen beispielsweise verspäteter Bereitstellung von Zügen den Mitarbeitern vom Lohnzettel abgezogen. Erixx wollte schrittweise bei dem Thema nachbessern. Aus Sicht der Gewerkschaft ein nicht ausreichendes Angebot.

Es müsse auch eine Begrenzung von Überstunden geben, wie sie bereits mit der DB erfolgreich verhandelt worden sei. Auch die Ruhezeitregelungen müssten angefasst werden.

Erixx wollte sich gestern auf Anfrage nicht zum Stand der Tarifverhandlungen äußern. Auf Eventualitäten wie Streiks sei man aber vorbereitet, so Erixx-Sprecher Björn Pamperin.

Der anstehende Arbeitskampf ist nur die jüngste Hiobsbotschaft für Bahnpendler im Streckennetz des Erixx: Im vergangenen Sommer musste der Fahrplan über Wochen ausgedünnt werden, wegen Konstruktionsfehlern bei Klima-Anlagen wurden im Winter 4000 Wolldecken verteilt und Anfang dieses Jahres wurden dann Züge von den Gleisen geholt, weil die Radsätze abgefahren waren.

Für die Bahnfahrer sind die Pannen ärgerlich, aber Erixx kosten sie richtig Geld. Die Landesverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) subventioniert den Fahrbetrieb. Wie LNVG-Sprecher Rainer Peters sagt, sei eine vertraglich vereinbarte Pünktlichkeitsquote von 95,5 Prozent im vergangenen Jahr nicht erreicht worden. So gab es Abzüge bei den Subventionen. Auch Verspätungen durch Streiks würden angerechnet, so Peters.

Von Norman Reuter

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