„Warm up“ der Castor-Gegner

Zahlreiche Demonstrationen soll es im Vorfeld des nächsten Castor-Transportes auch in Uelzen geben.Archivfoto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis - Von Thomas Mitzlaff. Der Termin für den nächsten Castor-Transport nach Gorleben rückt näher – und die Anti-Atom-Bewegungen machen am kommenden Wochenende erstmals bundesweit mobil: In mindestens 65 Orten – es können täglich neue hinzukommen – gibt es am Sonnabend, 23. Oktober, einen so genannten „Aktionstag“. Im Kreis Uelzen plant die Bürgerinitiative gegen Atomanlagen Uelzen an diesem Tag unter anderem Demonstrationen um 13 Uhr in Suderburg und 15 Uhr in Uelzen.

Anders als bei zentralen Demonstrationen, wo Menschen zusammenkommen, soll an diesem Tag das Thema zu den Menschen kommen: „Die Atomtransporte verbinden uns alle“, sagt Koordinatorin Christina Albrecht von Robin Wood, „und diese Aktionsform gibt sehr vielen Menschen die Möglichkeit, ihre Ablehnung der Atomenergie in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld und mit ihren eigenen Mitteln und Formen deutlich machen.“ Ob in Städten, an Bahnhöfen, unter Brücken oder aus Straßen entlang der Bahntrassen – der Phantasie seien keine Grenzen gesetzt, so Albrecht.

Im Kreis Uelzen wollen die Protestler nach der Demo in Uelzen zu einer so genann-

ten „Streckenin-

spektion“ an der Bahnstrecke zwischen Suderburg und Bienenbüttel aufbrechen – eine Ankündigung nicht ohne Brisanz angesichts des angekündigten „Castor Schotterns“. Der Aufruf zum massenhaften Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett entlang der Castor-Route hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft auf den

Plan gerufen. Die

Staatsanwaltschaft Lüneburg leitete bislang fast 500 Ermittlungsverfahren gegen Atomkraftgegner ein, darunter führende Politiker der Linken. Der Aufruf zum massenhaften Entfernen von Steinen aus dem Gleisbett entlang der Castor-Route sei eine Straftat (AZ berichtete).

„Wir wollen die Schienen nicht betreten“, betont Bernd Ebeling von der Uelzener BI, verweist aber auch auf die „Aktion spazierender Sicherheitscheck“ vor zwei Jahren, als man erreicht habe, dass der Castor-Zug auf der ICE-Strecke abschnittsweise nur Tempo 30 fahren konnte. Der zwölfte Transport mit hoch radioaktivem Atommüll für das Zwischenlager Gorleben wird am ersten Novemberwochenende im Wendland erwartet.

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