Zur Wahrung des sozialen Friedens

Agentur für Arbeit Uelzen hat umgestellt: Leistungsgewährung wichtigstes Ziel

Thorsten Jedryczka ist eigentlich Integrationsberater bei der Agentur für Arbeit in Uelzen. Während der Corona-Krise ist er für die Sonderhotline aktiv, berät telefonisch Kunden und nimmt Arbeitslosmeldungen auf. Foto: Agentur für arbeit
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Thorsten Jedryczka ist eigentlich Integrationsberater bei der Agentur für Arbeit in Uelzen. Während der Corona-Krise ist er für die Sonderhotline aktiv, berät telefonisch Kunden und nimmt Arbeitslosmeldungen auf.

Uelzen –  Bei der auch für den Landkreis Uelzen zuständigen Agentur für Arbeit Lüneburg hat die Corona-Krise ein umfassendes Stühlerücken ausgelöst: „Wir haben unsere Personalressourcen in weiten Teilen umgesteuert“, erläutert Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende Geschäftsführung.

Das absolut vorrangige Ziel in dieser Zeit: „Die Leistungsgewährung muss sichergestellt werden, um den sozialen Frieden zu wahren.“

Alle Mitarbeiter seien einbezogen worden: „Die Schulen haben geschlossen, es gibt im Moment keine Orientierungsgespräche. Da haben wir unter anderem unsere Berufsberater gefragt, wo sie jetzt intern unterstützen wollen.“

Die Stimmung im Team sei toll: „Das ist schon stark, wie jeder hier mithelfen will.“ Es gehe vor allem um die Bereiche Arbeitslosengeld 1 und 2 sowie Kurzarbeit. Wichtig sei jetzt, so niedrigschwellig wie möglich vorzugehen, um sicherstellen zu können, dass Leistungen rasch gewährt werden.

Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Landkreis Uelzen sind spezielle Hotlines eingerichtet worden (siehe „Zum Thema“), da auch die Agentur für Arbeit im Moment nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist: „Wir haben das Gebäude als Schutzmaßnahme geschlossen. Aber wir bekommen – für alle unsere Bereiche zusammen genommen – derzeit mehr als 200 Anrufe täglich. Wir sind aber eingestellt, diese Situation notfalls auch monatelang durchalten zu können.“ Die Nachfrage und der Informationsbedarf seien groß: „Das Telefon steht nicht mehr still. Aber dafür sind wir da.“

Besonders aus dem Bereich der Gastronomie kämen momentan viele Fragen besorgter Arbeitnehmer: „Dort werden ja keine Produkte auf Vorrat hergestellt, die man lagern und dann nach der Krise wieder verkaufen kann. In der Gastronomie sind die Verluste zum Teil nicht aufholbar.“

Ein wesentliches Werkzeug, um der derzeitigen Krise wirtschaftlich Herr zu werden, ist für Kerstin Kuechler-Kakoschke die Kurzarbeit: „Damit steht uns ein Instrument zur Verfügung, wie es wohl weltweit einzigartig ist.“

Bereits in der Wirtschaftskrise 2008 bis 2010 habe sich die Kurzarbeit bewährt, um Unternehmen das Überleben zu sichern: „Wir appellieren an die Unternehmen, diese Möglichkeit zu nutzen, um die Mitarbeiter zu halten.“ Deutschland habe einen Fachkräftemangel. Es werde ganz sicher wieder wirtschaftlich bergauf gehen. Und dann seien die Firmen gut beraten, über gut qualifizierte Mitarbeiter in den eigenen Reihen zu verfügen.

VON MICHAEL MICHALZIK

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