Wahlen unter anderen Umständen

Corona: Schon jetzt Briefwahlrekord in der Hansestadt Uelzen eingestellt

Florian Ebeling hält einen Wahlzettel
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Wahlleiter Florian Ebeling hält ein Muster der Wahlzettel, den viele Uelzener, die Briefwahl beantragt haben, bald zugeschickt bekommen. Schon jetzt ist mit 3200 Anträgen der Rekord von 2016 gebrochen.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
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Corona verändert auch die Umstände, unter denen dieses Jahr die Kommunal- und Bundestagswahlen stattfinden. Und beschleunigt den Trend zur Briefwahl.

Uelzen - „Wir haben schon nach einer Woche 3200 Anträge auf Briefwahl. 2016 waren es insgesamt 3000“, berichtet Uelzens Wahlleiter Florian Ebeling.

Da ein Rekord bei der Briefwahl abzusehen war, hat sich die Verwaltung schon im Frühjahr darauf vorbereitet. Statt vier Briefwahlbezirken gibt es jetzt sechs. In der Folge zählen jetzt 36 Personen – sechs pro Bezirk – die Stimmen aus der Briefwahl aus. Falls diese Zahl immer noch nicht ausreichen sollte, die vier Stimmzettel für Bürgermeister-, Stadtrats-, Kreistags- und gegebenenfalls Ortsratswahl auszuzählen, kann laut Ebeling der Wahlvorstand erweitert werden, sodass pro Wahlbezirk zwölf statt sechs die Stimmen zählen. „Die Stimmen werden erst nach Wahlschluss um 18 Uhr ausgezählt, solange sind sie in einer Wahlurne“, erklärt Ebeling. Wichtig: Es muss kein Grund für die Beantragung einer Briefwahl angegeben werden. Diese Regelung sei schon vor Langem abgeschafft worden, halte sich aber noch in den Köpfen.

Wer seine Stimme schon vor dem Wahltag abgeben will, kann dies auch im Rathaus erledigen. „Wir haben die Abläufe so organisiert, dass das Wahlbüro auch im Falle einer Schließung des Rathauses offenbleibt“, erklärt Ebeling. Wer kann, sollte aber aus Gründen des Infektionsschutzes die Briefwahl bevorzugen.

Ansonsten bleibt noch der klassische Weg, am Wahlsonntag in eines der 50 Wahllokale zu gehen, um seine Stimme abzugeben. Für jede dieser Räumlichkeiten ist laut Uelzens Ordnungsamtsleiter Volker Leddin ein eigenes Hygienekonzept erarbeitet worden. Wo es geht, werden die Bürger im Einbahnstraßen-System durch das Wahllokal geschleust. Auf das Aufstellen von Plexiglaswänden für die Wahlhelfer hat man verzichtet. Ziel sei es, die Kontakte so gering wie möglich zu halten.

Auch bei den Wahlhelfern wurde auf frühestmögliche Verpflichtung im Frühjahr gesetzt. „Wir sind davon ausgegangen, dass viele aufgrund der Pandemie erst im September in den Urlaub fahren und wollten Klarheit schaffen“, sagt Ebeling. Wobei es in den Ortsteilen meist einfacher ist, einen Wahlvorstand und genügend Wahlhelfer zu finden als in der Stadt. „Wichtig ist ein erfahrener Wahlvorstand“, sagt Leddin. Die kleinsten Wahlbezirke befinden sich in Hansen und Masendorf. Von dort werden erfahrungsgemäß am Tag der Wahl auch die ersten Ergebnisse der Kommunalwahlen eintrudeln. Die Stimmen aus der Briefwahl kommen meistens hingegen als Letztes hinzu.

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