Willkommensfest in der Flüchtlingsunterkunft Nothmannstraße / Flüchtlinge, Helfer und Besucher feiern

Waffeln, Börek, Fröhlichkeit

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Hesam Asadi unterhielt mit Gesang und Musik Bewohner der Unterkunft und Gäste. Ein Programmpunkt bei dem Willkommensfest, das allen viel Freude bescherte – und volle Mägen.

Uelzen. Waffelessende, keulenjonglierende, freudestrahlende Kinder. Deutsche und internationale Spezialitäten kostende Erwachsene.

Musik, Tanz, Unterhaltung: Wer fragt, wie wir das schaffen, wie wir, in Deutschland, in Uelzen, die Flüchtlinge integrieren können, dem kann man nur sagen: Wahrscheinlich genau so wie am Sonnabendnachmittag beim Willkommensfest für Flüchtlinge in der Nothmannstraße.

Das Kinderschminken war eines der Angebote beim Fest.

Unterstützt vom Roten Kreuz hatte die in der Unterkunft aktive Bürgerinitiative zu diesem Fest eingeladen. Um eine Begegnungsmöglichkeit für Bewohner und Neugierige zu schaffen. Die Resonanz war respektabel, insgesamt rund 200 Menschen ließen sich bei kühlen Temperaturen im Hof der Flüchtlingsunterkunft Nothmannstraße von Kürbissuppe, Waffeln, Börek und süß-salzigem und mit Soft-Käse verfeinertem Grießbrei – eine syrische Spezialität – wärmen. Die Dreilinger Sportjongleure führten ein Programm auf und konnten danach leicht dazu motivieren, Keulen, Ringe und Einräder einfach mal auszuprobieren. So geschah genau das, was im Zusammenhang mit der Frage nach Integration immer wieder als Erfolgsrezept genannt wird: Aufeinander zugehen, sich kennenlernen, Spaß an der Begegnung mit den Menschen aus aller Welt haben.

Nein, völlig unproblematisch ist das nicht. Beispielsweise sagte Bärbel Eilfeldt, dass sie die Kinder toll finde „Mir macht das Freude, sie zu sehen, glücklich beim Kinderschminken, wie alle anderen Kinder in der Welt auch“. Auf die Erwachsenen zuzugehen, falle ihr aber schwer. „Ich denke, das braucht alles Zeit.“

Ahmed Fares mit einem Blech süß-salzigen Grießbreis.

Von unterschiedlichen Erfahrungen berichteten die Ehrenamtlichen, die sich in der Unterkunft engagieren. Die Hausaufgabenbetreuung sei gar nicht so einfach, berichtete Karla Lüdtke. Weil die räumlichen Gegebenheiten vor Ort nicht optimal seien und weil die Schüler im Unterricht unterschiedlichen Stoff behandelten und nicht immer motiviert seien.

Dies treffe für andere Angebote aber gar nicht zu, sagte Renate Schmidt. Ihr Spiel- und Bastelangebot sowie die spielerische Übungen zu mathematischem Grundverständnis und zum Spracherwerb, würden sehr gut angenommen. „Die Kinder sind fröhlich und motiviert.“

Genauso wie Hesam Asadi und seine Frau Zahra Haydarian. Das kurdische Ehepaar ist aus dem Iran geflüchtet, weil Musiker Hesam wegen eines Protestliedes gegen die Ungleichbehandlung von Frauen Probleme bekam. Er möchte gerne studieren, auf seinen Musik-Bachelor noch einen Master draufsetzen. Beide beginnen heute aber erstmal einen Deutschkurs.

Bei der Musik und dem Gesang von Hesam Asadi konnte der syrische Koch Ahmed Fares nicht stillstehen – seine spontane Tanzeinlage sorgte für begeisterten Applaus.

Kurzum: Es konnte einem in der Nothmannstraße richtig warm werden. Dank Kürbissuppe und Grießbrei. Und trotz kühler Temperaturen. Insbesondere auch: Warm ums Herz.

Von Steffen Kahl

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