Ärger am Veerßer Bogen: Nach Lärm auch Risse in Dämmung und Fassade

Wackelnde Wände

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Mehrere Risse ziehen sich durch die Fassaden und Dämmungen.

Uelzen-Veerßen. Nachdem die Aufregung in Veerßen über nächtliche Ramm-Arbeiten am Veerßer Bogen groß war (AZ berichtete), bemerken nun immer mehr ärgerliche Anwohner der Baumaßnahme Schäden an ihren Häusern. Mehrere Risse ziehen sich durch die Fassaden und Dämmungen.

Das erste Ärgernis steckt den Bewohnern noch in den Knochen: Der „ohrenbetäubende Lärm“, wie es Bernd und Gisela Koloska aus dem Seifriedring an die Bahn schreiben, in der Nacht vom 3. auf den 4. April. Die Häuser haben gebebt, die Betten vibriert, die Anwohner wurden verschreckt – und das, wie etwa Harald Meyer aus dem Meisenweg und Gisela Koloska sagen, ohne Vorankündigung. Die Bahn erwiderte, man habe 2000 Flyer verteilt. Die habe aber niemand gesehen, sagen Harald Meyer und Koloskas.

Meisenweg: Risse im Klinker-Mauerwerk.

Im Nachgang ergeben sich jetzt neben der Lärmbelästigung auch bezifferbare Schäden: Denn an mehreren anliegenden Häusern gibt es Risse und Brüche in Fassaden, Dämmungen und Verkleidungen. An Harald Meyers Haus rankt sich seit den Arbeiten an Oberleitungen ein etwa 1,5 Meter langer Riss in der geklinkerten Fassade seines Hauses. Bei Bernd und Gisela Koloska hat die kürzlich fertig gestellte Außendämmung am Haus Risse. „Dort, wo man sie nicht haben will“, sagt Bernd Koloska, denn in der Dämmung zu den Bahnschienen hin gibt es demnach Luftaustausch. Eine ganze Fensterfront der Koloskas ist umrahmt von einem Riss. Sie wackelt, wenn man dagegen drückt. Ihre Nachbarn berichten von einem Riss in der Wand im Obergeschoss, und an einem weiteren Haus im Seifriedring, bei Günther und Helga Bebensee, ist die untere Holzvertäfelung eines Vordaches aus Nut und Feder gebrochen.

Die Betroffenen schätzen ihre jeweiligen Schäden auf dreistellige bis geringe vierstellige Eurobeträge. Allerdings wissen sie nicht, ob sie die erstattet bekommen. Koloskas aus dem Seifriedring haben sich bereits beschwert, ein Gutachter der Bahn war bereits da und hat den Schaden begutachtet. „Hier sind wir im Dialog“, schreibt die Bahn auf AZ-Nachfrage.

„Die Bahn hätte vorher kommen und eine Bestandsaufnahme machen müssen“, kritisiert Meyer, „das haben sie aber nicht gemacht.“ Die Bahn dazu: „Bestandsanalysen werden in der Regel nur bei großflächigen Rammarbeiten (zum Beispiel lange und breite Spundwände) gemacht, bei denen wir davon ausgehen, dass es zu Schäden kommen könnte. In diesem Fall wird nur punktuell gerammt, etwa alle 50 Meter.“ Wie hoch der Schaden ist, kann die Bahn nach eigenen Angaben noch nicht beziffern.

Allerdings haben sich die Anwohner zum Teil bisher gar nicht mit Ersatzforderungen an die Bahn gewandt. Harald Meyer: „Das bringt nichts, das mache ich selbst.“ Und Koloskas Nachbarin meint auch, dass es nichts bringe. „Die machen eh, was sie wollen“, sagt sie.

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