Kirsten Lühmann und Henning Otte stimmen heute über die Sterbehilfe ab

Votum über Leben und Tod

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Uelzen. Um Leben und Tod geht es heute für die beiden Uelzener Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU) im Berliner Parlament. Umstritten ist die Neuregelung der Sterbehilfe, die heute ansteht.

Vier Anträge, über die ohne Fraktionszwang abgestimmt werden soll, liegen vor. Sie reichen von einer Verschärfung der bisherigen Regelung (straflose Beihilfe zum Selbstmord) bis hin zur Zulassung von Sterbehilfe-Vereinen (straflos ohne Gewinnabsicht).

Kirsten Lühmann (SPD)

Kirsten Lühmann wird für den Antrag stimmen, der eine geschäftsmäßige Beihilfe zum Suizid unter Strafe stellt, Angehörige und nahe stehende Personen aber vor einer Be-strafung wegen Beihilfe zum Selbstmord schützt. „Ich möchte nicht ausschließen, dass es Situationen gibt, in denen auch mit der besten Palliativversorgung nicht ausreichend geholfen werden kann. Daher werde ich mich nicht dem Vorschlag des völligen Verbotes der Suizidbeihilfe anschließen.“ Für sie sei dies aber die „absolute Ausnahme“. Wichtig sei ihr, dass gewerbsmäßige Sterbehilfe unterbunden werde.

Henning Otte (CDU)

Henning Otte schließt sich seiner SPD-Kollegin mit seinem Votum an: „Nach sorgsamer persönlicher Abwägung habe ich mich dazu entschlossen, für den Vorschlag ,Brand und Griese’ zu stimmen, der die geschäftsmäßige, auf Wiederholung angelegte Suizidbeihilfe untersagt.“ Es dürfe nicht passieren, dass alte und kranke Menschen, die anderen nicht zur Last fallen möchten, unter Druck gesetzt würden.

Das unstrittige, neue Hospiz- und Palliativgesetz wurde gestern verabschiedet. Es soll die Betreuung sterbenskranker Menschen in Hospizen und die ambulante Palliativmedizin verbessern. Das Hospiz am Uelzener Stadtwald verfügt über elf Betten, die nahezu ständig belegt sind, sagt Pflegedienstleiterin Martina Schubert-Messenbrink. Zwischen 10 und 15 Menschen würden im Landkreis ambulant palliativ-medizinisch betreut. „Wir erhoffen uns von dem neuen Gesetz eine bessere Unterstützung der Ärzte, die im Palliativ-Netzwerk Uelzen tätig sind“, sagt Schubert-Messenbrink. Die hätten unter anderem wechselnd neben ihrer eigentlichen Tätigkeit 24-stündige Bereitschaften.

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