„Vorzeigeprojekt“ holt zweiten Platz

Nabu Uelzen für Projekt Esterauniederung mit Niedersächsischem Umweltpreis ausgezeichnet

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Das Nabu-Projekt Erlebnisraum Esterauniederung wurde jetzt mit dem Niedersächischen Umweltpreis ausgezeichnet. Michael Walke nahm den Preis von Landesumweltminister Olaf Lies entgegen.

Hannover/Uelzen. Mit dem diesjährigen Niedersächsischen Umweltpreis wurden gestern vier Projekte ausgezeichnet, die einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines Biotopverbundes in Niedersachsen leisten.

Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover übergaben Umweltminister Olaf Lies und die Vorstandsvorsitzende der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (NBU), Sigrid Rakow, die Preise an die Gewinner. Eine Fachjury hatte die Projekte aus 46 Wettbewerbsbeiträgen ermittelt. Der Nabu Uelzen landete dabei auf dem zweiten Platz und konnte sich über 5000 Euro Preisgeld freuen. Umweltminister Olaf Lies übergab den zweiten Preis an Michael Walke vom Nabu Uelzen.

„Die Entwicklung von Biotopverbundsystemen ist eine der wichtigsten Aufgaben im Naturschutz, um nicht nur die Artenvielfalt zu erhalten, sondern auch um den Folgen des Klimawandels entgegen zu wirken“, betonte der Umweltminister. Jedes einzelne Projekt, das an der Auslobung des diesjährigen Niedersächsischen Umweltpreises teilgenommen habe, trage zum Biotopverbund bei. „Für Ihr Engagement und Ihre Begeisterung für die Sache möchte ich Ihnen sehr herzlich danken“, so der Minister.

„Das ist natürlich eine große Anerkennung für unsere Arbeit, wir freuen uns und sind sehr stolz“, sagte Nabu-Vorsitzender Karl-Heinz Köhler gestern gegenüber der AZ. Verantwortlich für den Erfolg ist das Projekt Erlebnisraum Esterauniederung, dass 2010 maßgeblich durch Michael Walke angestoßen wurde. Durch eine naturverträgliche Nutzung sind dort eine Reihe wertvoller Biotope entstanden. So konnten sich Fischotter, Weißstorch und Neuntöter in der Flussniederung ansiedeln und auch Amphibien, Libellen oder Fische haben dort ein Zuhause gefunden, berichtet Köhler. Dülmener Wildpferde und Dexterrinder beweiden die dortigen Grasflächen extensiv, was zu einer hohen Artenvielfalt im Gebiet führte.

Besonders hervorzuheben ist die Einbeziehung von pflegebedürftigen Menschen in die Betreuung der Weidetiere. „Der Martinshof übernimmt für uns die Pflege der Weidetiere“, erklärt Köhler. Zudem genieße das Projekt auch bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert. „Das Gebiet ist sehr beliebt. Es gibt einen Wanderweg, Info-Tafeln und einen Aussichtsturm“, so Köhler. Für pädagogische Angebote steht der Erlebnisraum ebenfalls zur Verfügung. „Das ist schon unser Vorzeigeprojekt“, sagt Köhler deshalb.

Und wenn es nach dem Nabu geht, soll es sich noch weiterentwickeln. „Wir haben gerade erst weitere 5000 Quadratmeter Grundstück dazu gekauft“, berichtet Karl-Heinz Köhler. Die neue Fläche reicht etwa bis Kroetzmühle. Geplant ist nicht nur, auch dort Gewässer und umliegende Flächen aufzuwerten und zu renaturieren sondern auch eine alte Mühle an der Esterau in die Gestaltung miteinzubeziehen und das Gebiet so noch attraktiver zu machen, verrät Köhler.

Den mit 10 000 Euro dotierten ersten Preis gewann übrigens der gemeinnützige Förderkreis Umwelt- und Naturschutz Hondelage (FUN). Der Verein setzt sich seit 1991 für den Biotopverbund im Norden Braunschweigs ein. Aufgrund der sehr vergleichbaren Qualität der beiden Bewerbungen gibt es zwei dritte Preise, die jeweils mit 2000 Euro dotiert sind. Preisträger sind das Forum Natur Lunekring im Landkreis Cuxhaven und der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe Melle zusammen mit der BUND Kreisgruppe Osnabrück.

Von Steffen Schmidt

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