Windkraft: Bauernverband rät Eigentümern zu Bedacht / Alternative Bürgerpark

Vorsicht bei Vorverträgen

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Des einen Freud, des anderen Leid? Für mehr Akzeptanz schlägt der Bauernverband Bürgerwindparks vor.

Uelzen/Landkreis. Im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogrammes wird derzeit eine Teilfortschreibung erarbeitet, mit der im Landkreis Uelzen die Windenergienutzung forciert werden soll.

Ziel der Fortschreibung soll sein, so hatte es die Kreispolitik einmütig formuliert, weitere Flächen im Kreisgebiet auszuloten, auf denen Windkraftanlagen aufgestellt werden dürfen (AZ berichtete).

Doch während es zum endgültigen Plan wegen des komplexen Verfahrens noch viele Schritte sein werden und längst nichts entschieden ist, wird mancherorts auf dem Lande schon über ungelegte Eier verhandelt: Einige Landwirte haben bereits Vorverträge mit Windkraft-Unternehmen, abgeschlossen – oder planen dies. „Das ist das absolut Tödlichste, was man machen kann“, warnt Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen (BvNon). „Mit ihrer Unterschrift treten die Grundstückseigentümer sämtliche Rechte an die Firma xy ab. Für den Fall, dass ihre Fläche überhaupt als Windkraftstandort ausgewiesen wird...“ Denn nur dann würden die Summen fließen, die in besagten Vorverträgen vereinbart worden seien.

Was Thorsten Riggert bereits in solchen Vereinbarungen gesehen habe, sei schlichtweg „sittenwidrig“, findet er – abenteuerliche Versprechungen und ebenso komplizierte Ausstiegsklauseln seien unter anderem Inhalte besagten Vorverträgen. Nach AZ-Informationen werden außerdem Beträge zwischen 50 000 und 80 000 Euro für die jährliche Pacht gehandelt, die Unternehmen den Landwirten für eine Unterschrift versprechen.

Thorsten Riggert appelliert an die Flächeneigentümer, abzuwarten, bis die endgültigen Vorrangstandorte für Windkraftanlagen feststünden. Doch den Landwirten bleibe auch noch eine andere Option: „Vor dem Hintergrund, dass das Thema Windenergienutzung an Bedeutung immer mehr zunimmt, hat der Bauernverband Nordostniedersachsen eine Windkraft GmbH gegründet, um Windparks selber zu projektieren. Und zwar Bürgerwindparks“, betont Riggert. Hier könnten Eigentümer ihre Flächen anbieten.

„Wir würden die Flächen bündeln“, erklärt der Bauernverbandsvorsitzende, „und wenn die Vorrangstandorte eines Tages feststehen, kann jeder Eigentümer sich noch einmal überlegen, ob er seine Fläche verkauft, verpachtet oder sich selber an einem Bürgerwindpark beteiligt.“

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Von Ines Bräutigam

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