Jury findet keinen Namen für Stadtteil im Nordosten Uelzens

100 Vorschläge – doch alle vergeblich

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Freuten sich über ihre Sachpreise: Die Gewinner des Wettbewerbs, die jetzt unabhängig von ihren eingereichten Namensvorschlägen ausgelost wurden.

Uelzen. Wäre es eine Oscar-Verleihung gewesen, hätte Pastor Armin Sauer einen Umschlag öffnen und stimmgewaltig verkündigen müssen: „Und der Gewinner ist. . . “ – nur um dem verblüfften Publikum einen leeren Zettel zu präsentieren.

Ganz so dramatisch machte es Sauer dann zwar nicht, doch der Ausgang des Namenswettbewerbs für den Stadtteil der St. -Petri-Kirchengemeinde ist ernüchternd: Das Viertel im Nordosten Uelzens wird weiter keinen eigenen Namen tragen – zumindest vorläufig. Das ist das Ergebnis der aktuellen Befragung.

Etwa 100 Namensvorschläge waren bei dem Wettbewerb eingegangen, den der „Runde Tisch“, eine Interessenvertretung von Lehrern der Hermann-Löns-Schule und der BBS II sowie von Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren, gestartet hatte (AZ berichtete). Eine mehrköpfige Jury um Propst Jörg Hagen und Bürgermeister Otto Lukat wählte sechs Vorschläge unter den Einsendungen aus und stellte diese zur Abstimmung.

„Daraus ergibt sich aber keine eindeutige Tendenz für einen Stadtteilnamen. Wir stellen dieses Vorhaben daher zurück und werden es zu späterer Zeit noch einmal aufgreifen“, teilte Sauer jetzt mit. Wann genau das sein wird, ließ er offen. Anscheinend sei die Bevölkerung des von der Ilmenau bis zum Elbe-Seitenkanal reichenden Viertels so heterogen zusammengesetzt, dass sich keine gemeinsame Identität herausgebildet habe, vermutete der St.-Petri-Pastor.

Knapp in Führung bei der Umfrage lag der Name „Hammersteinviertel“ – allerdings mit so geringem Vorsprung vor „Oststadt“ und dem drittplatzierten Vorschlag „Petriviertel“, dass die Jury sich nicht für eine Bezeichnung entscheiden wollte. Denn fast genauso viele Stimmen entfielen auf den Vorschlag, dass der Stadtteil auch künftig keinen Namen haben soll. Dahinter landeten „Osterviertel“ und „Ostringviertel“.

Im Gegensatz zum Sternviertel sei dieser Stadtteil – übrigens der größte Uelzens – zu völlig unterschiedlichen Zeiten gewachsen und werde zudem durch den Ostring durchschnitten, erklärte Bürgermeister Lukat. Trotz des unerwarteten Ausgangs habe der Wettbewerb einen positiven Effekt erzielt, meinte er: „Es hat einen Denkprozess und eine Diskussion über den Namen gegeben, und das ist schön.“

Für neun Uelzener hat sich die Teilnahme an dem Wettbewerb dennoch gelohnt. Sie wurden, unabhängig von ihren Vorschlägen, von Kindern der Hermann-Löns-Schule als Sieger ausgelost und mit Preisen belohnt: von Kinokarten über Bücher-, Einkaufs- und Verzehrgutscheine bis zu Eintrittskarten fürs Badue. Gewonnen haben Holger Berkhahn, Helga Fietz, Viola Giermann, Lutz Lange, Günter Lierheimer, Anja Meyer, Hans-Jürgen Meyerhof, Marja Mogk und Helmut Sievers.

Von Bernd Schossadowski

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