An Verkehrskonzept wird gearbeitet / Eine Idee:

Vorrang für Radler in der Uelzener Bahnhofstraße?

Zurzeit werden 5,5 Tonnen schwere Kuben mit einem Durchlass für einen neuen Regenwasserkanal an der Bahnhofstraße ins Erdreich gelassen. Die Frage ist: Was passiert mit dem Verkehr auf der Straße nach Abschluss aller Bauarbeiten?
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Zurzeit werden 5,5 Tonnen schwere Kuben mit einem Durchlass für einen neuen Regenwasserkanal an der Bahnhofstraße ins Erdreich gelassen. Die Frage ist: Was passiert mit dem Verkehr auf der Straße nach Abschluss aller Bauarbeiten?
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Wird die Bahnhofstraße in Uelzen in eine Fahrradstraße umgewandelt? Zumindest gibt es Überlegungen dazu. Die Radfahrer würden dann Vorrang genießen. Aktuell ist die Bahnhofstraße eine Baustelle.

Uelzen – Sie wiegen jeweils 5,5 Tonnen. An der Bahnhofstraße werden zurzeit Betonkuben mit Öffnungen ins Erdreich gelassen. Aneinandergereiht bilden sie einen neuen Regenwasserkanal. Für die Arbeiten ist die Straße seit Ende Mai auf einer Länge von 120 Metern gesperrt.

Auch nach einem Abschluss der Arbeiten bleibt sie Baustelle, weil die beiden Bahnbrücken erneuert werden. Ein Projekt, das sich über Jahre ziehen wird und mit Sperrungen verbunden ist. Derweil machen sich Gutachter darüber Gedanken, wie dauerhaft der motorisierte Verkehr sowie Radler und Fußgänger möglichst sicher durch die Bahnhofstraße geleitet werden können. Im jüngsten Bauausschuss ist jetzt fast beiläufig zur Sprache gekommen, dass erwogen wird, die Bahnhofstraße in eine Fahrradstraße umzuwandeln.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der motorisierte Verkehr gänzlich aus der Bahnhofstraße verschwinden würde. Aber in jedem Fall hätte der Radverkehr Vorrang.

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) führt in Pressemitteilungen und Internetveröffentlichungen zu Fahrradstraßen aus, dass nach der Straßenverkehrsordnung diese zunächst einmal für Radfahrer und Nutzer von E-Fahrzeugen gedacht sind. Sie könnten für zusätzliche Fahrzeuge wie Autos oder auch Lkws freigegeben werden. In jedem Fall hätten die Radfahrer Vorrang. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit liege bei 30 Stundenkilometern.

Die Uelzener Stadtverwaltung erklärt auf Nachfrage, dass an einem Konzept zum Verkehrsfluss zwischen Sternviertel und Innenstadt gearbeitet werde. Ziel sei es, für Radler sowie Fußgänger die Situation zu verbessern. In diesem Zusammenhang sei eine Fahrradstraße als ein mögliches Beispiel genannt worden, so Pressesprecherin Ute Krüger. Beschlossen sei noch nichts.

Fakt ist: Die Stadt weiß um die Nöte in Sachen Verkehr in der Bahnhof- und Sternstraße, räumte selbst schon ein, dass im Bereich der Bahnbrücke an der beginnenden Sternstraße der Platz für alle Verkehrsteilnehmer sehr beengt ist.

Nach bisherigen Plänen sollen die Brücken wieder in ihren jetzigen Umfängen errichtet werden, womit das Problem bestehen bleibt. Eine Diskussion, doch noch einmal die Pläne für die Brückenneubauten anzupacken und mehr Platz für Fußgänger und Radler zu gewähren, war zwar angestoßen worden. Die Verwaltung hat aber auf Millionen-Beträge verwiesen, die in diesem Fall auf die Stadt zurollen würden. Und es hieß: Die Verkehrsprobleme ließen sich auch in anderer Weise lösen. Jetzt wurde erstmals öffentlich mit der Fahrradstraße eine Option angesprochen.

Mehr Licht ins Dunkel gebracht werden soll nach der Sommerpause, wie Stadtsprecherin Ute Krüger berichtet. Dann soll ein Konzept für die Verkehre zwischen Stern und Innenstadt vorliegen und diskutiert werden. Es ist übrigens nicht zu verwechseln mit dem Mobilitätskonzept, das die Verkehre in der gesamten Stadt in den Blick nimmt und zu dem nun eine Bürgerbeteiligung startet (siehe Artikel unten).

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