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Von Tier und Tanz bis Werbedreh: Nachfrage-Boom für Stadthalle Uelzen

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Von: Lars Becker

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Für die Stadthalle Uelzen überschreiten die Anfragen von Veranstaltern momentan die Kapazitäten deutlich. Im Obergeschoss sollen zwei Räume langfristig vermietet werden – das sorgt für zusätzliche Einnahmen.
Für die Stadthalle Uelzen überschreiten die Anfragen von Veranstaltern momentan die Kapazitäten deutlich. Im Obergeschoss sollen zwei Räume langfristig vermietet werden – das sorgt für zusätzliche Einnahmen. © Lars Becker

Der städtische Eigenbetrieb Kultur, Stadtmarketing und Tourismus (KTS) erlebt aktuell eine enorme Buchungsnachfrage für die Stadthalle Uelzen. Man müsse sehr viele Wünsche ablehnen. Kürzlich fand sogar ein Werbedreh statt.

Uelzen – Nein, größere Investitionen möchte die Hansestadt Uelzen in der Stadthalle nicht mehr tätigen. Der Bau in der Straße An der Zuckerfabrik ist in die Jahre gekommen. Die ursprünglich mit 5,6 Millionen Euro kalkulierte Sanierung würde laut Prognose inzwischen 17 Millionen Euro kosten. So beschränkt man sich seitens der Stadtverwaltung beziehungsweise des seit der Auflösung der Stadthallen GmbH zuständigen Eigenbetriebes Kultur, Stadtmarketing und Tourismus (KTS) darauf, den Status quo zu erhalten.

„Es haben Grundreinigungen stattgefunden, Decken und Wände sind gestrichen worden. Nächstes Jahr ist das Parkett dran“, erläuterte der zum Monatsende scheidende Leiter Veranstaltungsstätten, Julius Pöhnert, in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses.

„Wir betreiben momentan quasi eine Absage-Hotline“

Doch trotz der Tatsache, dass kaum noch Geld in die Hand genommen wird, ist die Stadthalle als Veranstaltungsstätte jetzt, wo die Corona-Auflagen gefallen sind, heiß begehrt. „Der Veranstaltungsbetrieb wird sehr gut gebucht. Wir sind stark an und teilweise sogar über der Kapazitätsgrenze, betreiben momentan quasi eine Absage-Hotline. Wir könnten momentan drei Stadthallen vermieten, ohne dass wir Werbung gemacht hätten – wenn man mal von der neuen Homepage absieht“, sagte Pöhnert.

Er sprach in Summe von einem „großen Potenzial“, das die Uelzener Stadthalle offenbar immer noch habe. Vereine und Verbände würden die Räumlichkeiten buchen, hinzu kämen private Feierlichkeiten, Tanz-, Tier- und Sportveranstaltungen. Damit aber nicht genug: „Neulich hatten wir dort auch eine Filmproduktion zu Gast, die einen Werbespot für eine bekannte Trockenwurst mit vier Buchstaben gedreht hat. Die Stadthalle kommt also groß raus“, berichtete Pöhnert.

Zwei Räume werden dauerhaft vermietet

Ausschussmitglied Dr. Till Manning (SPD) fasste mit Blick auf die hohe Nachfrage zusammen: „Es tut dieser Stadt gut, eine solche Veranstaltungshalle zu haben. Vielleicht wäre die eine oder andere Entscheidung in den letzten Wochen ja anders ausgefallen, wenn man das gewusst hätte.“

Zusätzliches Geld nimmt die Stadt künftig dadurch ein, dass zwei Räumlichkeiten dauerhaft vermietet werden. Ein Reinigungsunternehmen wolle dort sein Büro einrichten. Und die Hotelpächter, Michaela Paul und Thomas Körding von der Uhlenköper-Camp Körding GbR, wollen die Hausmeisterwohnung im oberen Bereich der Halle für Mitarbeiter nutzen.

Rat der Hansetsadt entscheidet über neue Mietpreise

„Dadurch erzielen wir weitere Einnahmen und haben zudem jemanden durchgehend vor Ort, der sich auch kümmern kann“, nannte Julius Pöhnert die Vorteile der Vermietung. Elf Zimmer in zwei Kategorien stehen im sogenannten „Self-Service-Hotel Stadthalle Uelzen“ – Check-in ohne Personal – zur Verfügung. Frühstück gibt es unweit im Hotel Johnsburg.

Den Entwurf der neuen Miet- und Benutzungsordnung sowie Entgeltordnung der Stadthalle mit leicht erhöhten, „der Marktlage angepassten“ Mietpreisen haben KTS- und Verwaltungsausschuss bereits gebilligt, das letzte Wort hat hier der Rat am 11. Juli.

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