„Vom Studenten bis zum Rentner“

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Cambio-Mitarbeiterin Nele Jennert erläutert am Uelzener Hundertwasserbahnhof, wie Teilnehmer des Car-Sharing am Tresor an den Fahrzeugschlüssel gelangen.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. „So ein Angebot hat uns noch gefehlt, jetzt schaffen wir das Auto ab.“ Eine solche Reaktion der Kundschaft freut Nele Jennert, Mitarbeiterin des Carsharing-Anbieters Cambio, natürlich ganz besonders. Seit nunmehr einem Vierteljahr läuft das Pilotprojekt des Lüneburger Unternehmens in Uelzen – und es entwickelt sich vielversprechend, sagt Jennert: „Unsere Kundschaft reicht vom Studenten bis zum Rentner.“

Am Hundertwasser-Bahnhof ankommen und mit einem fremden Auto weiterfahren – das ist das Prinzip des Car-Sharings, das bei einer Jahresleistung bis zu rund 15 000 Kilometern günstiger sein soll, als ein eigenes Auto zu besitzen.

Am Hauptstandort Lüneburg betreibt Cambio 22 Fahrzeuge und hat rund 500 Kunden, vergangenen Herbst eröffnete man versuchsweise eine Station in Uelzen, obwohl die Uhlenköperstadt eigentlich als zu klein für das Car-Sharing gilt – „aber wir sind zufrieden mit dem Start“, sagt Jennert.

Drei Fahrzeuge stehen auf dem Parkplatz des E-Centers bereit, 35 Kunden nutzen in Uelzen das Angebot. Sie kommen teils aus der Stadt selbst, andere fahren mit den Autos weiter nach Bad Bevensen, ins Wendland oder gar lange Strecken. „Gerade in einer Region, in der der öffentliche Personennahverkehr in den Abendstunden nicht mehr stattfindet, können wir natürlich punkten“, sagt die Cambio-Mitarbeiterin. Mit Spannung wartet man jetzt auf eine Reaktion aus dem Uelzener Rathaus.

Bürgermeister Otto Lukat hatte bei der Einweihung der Station angekündigt, eine Teilnahme seitens der Stadt zu prüfen, da das billiger als ein eigener Fuhrpark sein könnte. Eine endgültige Antwort gibt es von der Verwaltung noch nicht. Sollte die Stadt einsteigen, erwägt Cambio, in Uelzen eine zweite Station unweit des Rathauses zu eröffnen. Eine Skepsis in der ländlichen Region hat das Unternehmen wegen der nötigen Mitgliedschaft bei manchen Interessenten ausgemacht. „Da haben viele Handyverträge im Hinterkopf, aus denen man nur schwer herauskommt“, schildert Jennert. Das sei beim Car-Sharing anders: Kündigen kann man jeden Monat – mit einer Zwei-Wochen-Frist.

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