An Wochenenden wird die Gudesstraße zur Partymeile / Polizei und Stadt wollen Abhilfe schaffen

Vollsperrung gegen das Chaos?

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Es wird gefeiert und getrunken – an der Gudesstraße wird die Lage teils unübersichtlich, wenn alles nach draußen strömt.

Uelzen. Wenn die Stimmung in den Kneipen und Gaststätten an der Gudesstraße am Wochenende ihrem Höhepunkt entgegenstrebt, brennt geradezu die Luft.

Vor allem jetzt, im Sommer, wird es dem Partyvolk dann schnell zu heiß drinnen, und die Feiernden strömen in Massen nach draußen auf die Straße – sehr zum Leidwesen von Polizei und Ordnungsamt. Denn nicht nur die Lärmbelastung für die Nachbarschaft ist ein Problem. Es gibt Nächte, in denen der Verkehr beinahe zum Erliegen kommt, weil die feiernden Menschen auch die Fahrbahn der Gudesstraße für sich in Beschlag nehmen.

„Früher hatten wir den Schnellenmarkt, das war verkehrstechnisch unproblematisch“, sagt Ralf Munstermann. „Dann hatten wir die Dieterichsstraße – halbproblematisch. Und jetzt haben wir die Gudesstraße, die inzwischen zu einer zentralen Begegnungsstätte am Wochenende geworden ist. Und die Feiernden sehen nicht ein, warum die Straße nur für die Autos da sein soll...“, weiß der Leiter des Streifendienstes beim Polizeikommissariat Uelzen.

Zwischen 23 Uhr und 5.30 Uhr herrsche an den Wochenenden zwischen den vier dort ansässigen Gaststätten und Kneipen Hochbetrieb. „Das Problem ist, dass es da jetzt, an lauschigen Sommerabenden, entsprechend voll ist“, so Munstermann. Das Feiern verlagere sich aus den Kneipen auf Gehwege und Straßen. In dem Getümmel komme es auch regelmäßig zu Diebstählen – vornehmlich aus Handtaschen – und Schlägereien, wenn dem Alkohol zu sehr zugesprochen wurde. Munstermann fasst zusammen: „Das ist da manchmal ein ziemliches Chaos.“

Ute Krüger, Sprecherin der Stadt Uelzen, bestätigt das auf AZ-Nachfrage. „Die Lärmbelästigungen durch die Gäste und die Musik sowie das unüberlegte Betreten der Straße sind in diesem Bereich problematisch.“ Daraus resultierende Unfälle seien bislang aber nicht bekannt.

Autofahrer hätten sich mittlerweile an die Situation angepasst und würden entsprechend vorsichtig in diesem Bereich fahren, weiß Munstermann. Dennoch: Er und Ute Krüger informieren unisono, dass man in enger Abstimmung bereits gemeinsam prüfe, die Gudesstraße an Wochenenden zunächst probeweise zu sperren. Zwischen Hammersteinkreisel und Bedienungsring würde damit die Fahrbahn autofrei werden. Umleitungen seien aus Munstermanns Sicht problemlos über die Ripdorfer und Hambrocker Straße möglich. Entschieden sei zwar noch nichts, „aber wir neigen dazu, das mal auszuprobieren“, sagt er.

Doch nicht allein die Verkehrssituation ist am Wochenende an der Gudesstraße problematisch. Auch die Lärmbelastung für manchen Anlieger ist es. „Es gibt vor allem einen Beschwerdeführer“, weiß Ralf Munstermann. Wenn die Türen der Kneipen irgendwann nachts einfach offen stehen bleiben und die Musik auch nach 22 Uhr auf die Straße schallt – dazu das Stimmengewirr Hunderter Feiernder –, dann liegen manche Nerven eben blank.

Die Beschwerden des Nachbarn seien regelmäßig berechtigt und würden ernst genommen, betont dazu Stadt-Sprecherin Ute Krüger. Mit den Gaststättenbetreibern seien konkrete Absprachen getroffen worden, damit zulässige Lärmwerte eingehalten würden. „Im Rahmen der personellen Möglichkeiten“ werde das auch durch Polizei und Stadt kontrolliert. Und nach Bedarf gebe es auch einen Runden Tisch zum Informationsaustausch mit den Gaststättenbetreibern.

Von Ines Bräutigam

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