Open-Air-Veranstaltung an der Ilmenau-Wiese mit vielfältigem Programm

Vollblut-Musiker in der Au

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Ihnen gehörte die letzte Dreiviertelstunde die Bühne in der Au: die gebürtige Sizilianerin Etta Scollo und ihre Band.

Uelzen. „Ganz große Klasse, was die hier machen“ – voll des Lobes für das Programm bei den „Liedern in der Au“ war Uelzens Bürgermeister Otto Lukat am Samstagabend.

Julia Neigel sang unter anderem auch Titel ihres neuen Albums „Neigelneu“.

Seine Angetraute empfand die Ilmenau-Wiese als einen besonderen Ort für diese Open-Air-Veranstaltung, war hingerissen von dieser Natur-Kulisse. Und in der Tat: Das, was Uelzens Citymanager Joachim Lotz und Richard Wester als Regisseur dieses Sommer-Spektakels hier im satten Grün der fast noch zur Stadtmitte zu zählenden Ilmenau-Au boten, war ein kulturelles Spitzen-Ereignis. Begonnen hatte es schon am Nachmittag. Da stellten sich junge Nachwuchs-Künstler einer kritischen Jury, bestehend aus den Mitwirkenden der Abend-Veranstaltung. Zu gewinnen gab es für alle Bühnen-Erfahrung, für die Best-Bewerteten „Three a pair“ darüber hinaus einen Tag im Aufnahme-Studio.

Dann kamen die Profis. Den Anfang machte Christina Lux. „Kommt doch näher ran – ich bin hier oben ganz alleine“, lockte sie das überschaubare Publikum dichter an die Bühne und zeigte mit ihrer klaren, ausdrucksvollen Stimme beim Vortrag ihrer selbstverfassten Lieder, dass es das wohl ist, wenn man an „Singer/Songwriter“ denkt. Das „Randy-Newman-Projekt“ mit den Vollblut-Musikern Richard Wester, Manfred Maurenbrecher und George Nussbaumer legte den Finger in die amerikanische Wunde, die Newman schon in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgetan hatte. Maurenbrecher gab die deutsche Übersetzung, Nussbaumer, Vorarlberger und von Geburt an blind, bediente schlafwandlerisch sicher das Keyboard und sang dazu mit Österreichs schwärzeste Stimme. Besonders bemerkenswert: „My old Kentucky Home“ wurde zu „Wo die Sonne scheint auf das Haus am Rand der Mark“ und zeigte Maurenbrechers Liebe zur Oder-Niederung.

Edo Zanki beweist, dass es auch deutschen Soul gibt.

Edo Zanki und seine Band bewiesen, dass es auch deutschen Seele gibt, denn seit der vorerst letzten CD traut er sich, deutsche und englische Texte zu mischen. Gelungen sein „Mann in den besten Jahren“. Anschließend beherrschte Julia Neigel die Bühne und sang unter anderem auch Titel ihres neuen, von Edo Zanki produzierten Albums „Neigelneu“. Und sie brachte mit ihrer unter vollem Stimmband- und Körpereinsatz vorgetragenen Schau ihr Publikum förmlich aus dem Häuschen. Der auf Sizilien geborenen, jetzt in Berlin lebenden Etta Scollo gehörte die letzte Dreiviertelstunde auf der Bühne. Kraftvoll, mal klar wie ein Kristall, dann wieder heiser gehaucht, leidenschaftlich und sinnlich, gab sie bei ihrem Auftritt alles. Mit dem gemeinsam gesungenen Tom-Waits-Klassiker „In the neighbourhood” verabschiedeten sich die Mitwirkenden.

Von Folkert Frels

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