Volkszählung startet trotz Kritik

dpa/bs/ska Uelzen/Berlin. Zum offiziellen Start der Volkszählung hat das Statistische Bundesamt datenschutzrechtliche Bedenken zurückgewiesen. Kein Befragter müsse Nachteile durch den Zensus befürchten, wenn er zum Beispiel nicht korrekt an seinem Wohnort gemeldet sei, sagte Präsident Roderich Egeler am Montag in Berlin.

Die Daten würden nicht an Finanzämter, Sozialämter, Einwohnermeldeämter oder Sicherheitsbehörden gegeben. Kritiker halten die Befragung aber nach wie vor für überflüssig. Sie sorgen sich um den Datenschutz. In Deutschland wird rund ein Drittel der mehr als 80 Millionen Einwohner befragt. Auskunft geben müssen alle Immobilien- und Wohnungsbesitzer, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften und zehn Prozent der Einwohner, die zufällig ausgewählt werden. Bestimmte Daten aller Bürger werden aus den Melderegistern der Kommunen und dem Register der Bundesagentur für Arbeit zusammengetragen. Die letzte Zählung in der damaligen Bundesrepublik gab es unter großen Protesten im Jahr 1987. In der DDR wurde das letzte Mal 1981 gezählt. Der Zensus 2011 geht zurück auf eine Verordnung der Europäischen Union. Ermittelt werden soll vor allem die genaue Zahl der Einwohner. Danach richten sich zum Beispiel der Zuschnitt von Wahlkreisen. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2012 vorliegen. Auch bei der gemeinsamen Zensus-Erhebungsstelle für die Kreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg läuft die Befragung jetzt. „Wir planen mit 103 Beauftragten im Kreis Uelzen, mit 65 in der Stadt Uelzen und mit etwa 70 in Lüchow-Dannenberg“, sagte Erhebungssteller-Leiter Martin Lankau im Vorfeld der Zählung. Sollte der Erhebungsstelle bekannt werden, dass Interviewer gegen die gesetzlichen Auflagen verstoßen, „dann werden wir in aller Schärfe dagegen vorgehen und die Beauftragten sofort ablösen“, versichert Lankau.

Zensus 2011: Ihre Rechte – Ihre Pflichen

Etwa 9400 Bürger im Kreis Uelzen werden ab dem 10. Mai im Rahmen der Volkszählung, des „Zensus 2011“, befragt. Wer bei der Volkszählung um Auskunft gebeten wird, darf sie nicht verweigern, sonst droht ein Zwangsgeld. Lediglich die Beantwortung der Frage nach dem Glaubensbekenntnis ist freiwillig. Wer den Interviewer aber nicht in seine Wohnung lassen möchte, kann sich von diesem aber auch den Fragebogen übergeben lassen, ihn allein ausfüllen und an die zuständige Erhebungsstelle zurückschicken oder dort abgeben. Ab dem 10. Mai 2011 steht zudem im Internet unter www.zensus2011.de der Online-Fragebogen bereit.

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