Zentrum für biblische Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung eröffnet

Visionen im Kräutergarten

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Pastorin Geertje Bolle hielt am Sonntag vor zahlreichen Gästen die Predigt auf dem Gelände an der Wolterburger Mühle. Auf dem vielseitig gestalteten Gelände findet sich zum Beispiel ein Lernpfad der Arbeitslosigkeit.

Uelzen. Einen ganz besonderen Gottesdienst hat die Gemeinde auf dem Gelände der Woltersburger Mühle gefeiert. Anlass war die Eröffnung des „Zentrums für biblische Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung”.

„Befreiung aus traditionellen Hörgewohnheiten wird der Kern unserer Arbeit sein“, betonte die am Sonntag als Leiterin eingeführte Professorin Klara Butting bei ihrer offiziellen Einführung in das Amt. „Es braucht einen Ort, wo sich die Hoffnung erneuert, dass es Gott gibt. “ Die Woltersburger Mühle solle künftig für viele Menschen so ein Ort sein, hob Butting in ihrer Rede hervor.

Mit Brot und Rosen feierten die zahlreich erschienenen Gäste die Einführung der vier Mitarbeiter Klara Butting, Bärbel Fünfsinn, Margret Blömer und Gerard Minnaard. Sie wurden für ihre anspruchsvolle Arbeit vom Propst Jörg Hagen gesegnet.

Das Zentrum für biblische Spiritualität und gesellschaftliche Verantwortung solle der Ort eines gemeinschaftlichen Suchens nach den biblischen Visionen Gottes und einer für alle bewohnbaren Erde sein, wünschte sich Butting. „Das beinhaltet die Einbeziehung der Lebenskontexte der Menschen“, sagte die für den Bereich Musik und internationale Ökumene zuständige Bärbel Fünfsinn. Sie hat schon seit 1986 eine zweite Heimat in Nicaragua gefunden und bereicherte nicht zum ersten Mal Uelzener Gottesdienste mit südamerikanischen Liedern. Seminare und Bibelwochen sollen sich mit sozialen Brennpunkten und der Suche nach erfahrbarer Gottesnähe auseinandersetzen.

„Bibellesen und stille Zeiten“, will die Pädagogin Margret Blömer gemeinsam mit Klara Butting anbieten, die sich aus Hamburg kommend schon längere Zeit für das Projekt Woltersburger Mühle engagiert. Unterstützt wird die Zukunft der geplanten Projekte von Gerard Minnaard, der sich weiterhin ehrenamtlich für die Absicherung und Organisation einsetzen wird.

Die Kooperation mit der Landeskirche und dem Kirchenkreis gewährt eine halbe Pastorenstelle. Und der Verein für biblische und politische Bildung, der die Zeitschrift „Junge Kirche“ herausgibt und als Verlag für europäische Befreiungstheologie tätig ist, wird die weitere personelle Absicherung übernehmen.

Die Botschaft der Einführungsveranstaltung verleitete die Besucher, noch im Anschluss an den Gottesdienst zu bleiben. Viele nutzten die Gelegenheit, das gesamte – im Sinne der spirituellen und sozialen Arbeit – gestaltete Gelände mit seinen vielfältigen Angeboten zu genießen. Neben den Tagungs- und Seminarräumen können Besucher täglich den begehbaren Kräutergarten, den Lernpfad der Arbeitslosigkeit sowie die Fischtreppe und den Ziergarten bewundern.

Von Angelika Jansen

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