Pest im Anmarsch: Veterinäramt fordert besondere Hygiene / Erste Maßnahmen

Virus bedroht Hausschweine

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Eine Infektion durch im Freien laufende Hausschweine gilt es zu verhindern. Das Kreisveterinäramt fordert deshalb besondere Hygiene.

Uelzen/Landkreis. Zuerst waren Fälle in Litauen bekannt geworden (AZ berichtete), nun ist die Afrikanische Schweinepest auch in Polen ausgebrochen.

Dass der Virus weiter um sich greift, bereits im Nachbarland Tiere verenden ließ, versetzt hiesige Schweinehalter, Schlachtbetriebe und das Kreisveterinäramt in Sorge. Aus gegebenem Anlass fordert das Kreisveterinäramt landwirtschaftliche Betriebe und Halter von Schweinen in Freilandhaltung auf, alle Vorschriften zur Hygiene einzuhalten. Denn, wie Kreisveterinär Dr. Jörg Pfeiffer sagt, Hygienemaßnahmen seien das Wichtigste, um eine Ausbreitung zu vermeiden.

Zwar seien Menschen durch den Virus nicht gefährdet, betont Pfeifer gestern noch einmal, aber weil es sich um eine sehr aggressive Viruserkrankung handele, seien bei einem Ausbruch in Deutschland die Tierbestände bedroht.

Besonders im Blick hat das Amt gegenwärtig die Halter von kleinen Hausschweinen, den sogenannten Mini-Pigs. Davon, so Pfeiffer gegenüber der AZ, gebe es im Landkreis Uelzen einige. Hier sei sicherzustellen, dass die Schweine beim Aufenthalt im Freien keinen Kontakt zu Wildschweinen oder zu Schweinen anderer Betriebe bekommen und nicht mit Küchen- und Speiseabfällen gefüttert werden, in denen sich Krankheitserreger befinden könnten. Bei den Halterbetrieben dürften die Ställe nicht von Fremden betreten werden, außerdem müssten Fahrzeuge und Gerätschaften desinfiziert werden.

Kreislandwirt Thorsten Riggert sagte gestern, dass die Betriebe für das Thema sensibilisiert seien, auf die Hygiene achten würden, aber darüber hinaus noch keine weiteren Maßnahmen ergriffen hätten. „Das wäre auch erst dann nötig, wenn es tatsächlich zu Fällen in Deutschland kommt“, so Riggert.

Bereits auf die sich ausbreitende Afrikanische Schweinepest reagiert hat der Schlachthof „Vogler Fleisch“ in Steine bei Clenze. Wie der Leiter der Qualitätssicherung, Dieter Strehmann, gestern auf Nachfrage sagte, seien die mit der Säuberung der Räume und Geräte beauftragten Trupps angehalten worden, besondere Reinigungsmittel zu verwenden, um jede Form der Übertragung von Krankheitserregern auszuschließen. Auch das komplette Innenleben von Fahrzeugen, mit denen Fleisch in europäische Länder transportiert würde, werde desinfiziert.

„Wir leisten schon täglich das Menschenmögliche, sind uns der Risiken, die durch die Afrikanische Schweinepest bestehen, aber besonders bewusst“, so Dieter Strehmann gegenüber der AZ.

Von Norman Reuter

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