Ute Altbauer-Kallnischkies (Linke) schließt sich Bündnis aus Grünen, FDP und Piraten an

Vier Parteien – eine Ratsgruppe

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Im Rat geht es durchaus auch mal kontrovers zu: Hier eine Szene aus der Diskussion zum Ilmenausee aus dem Sommer. Die Sitzordnung wird sich nun ändern. Ute Altbauer-Kallnischkies, hier noch alleine im Hintergrund zu sehen, gehört nun einer Ratsgruppe an. 

Uelzen. Neue Sitzordnung im Rat der Hansestadt Uelzen: Die Gruppe aus Grünen, FDP und Piraten hat Zuwachs bekommen. Ute Altbauer-Kallnischkies, die bisher für die Linken als Alleinkämpferin im Rat saß, schloss sich der Gruppe an.

Sie zählt nun damit sieben Mitglieder – eine personelle Marginalie, mögen manche denken. Bei künftigen Entscheidungen des Rates könnte der Gruppenzuwachs aber durchaus von Bedeutung sein.

Ute Altbauer- Kallnischkies

Ute Altbauer-Kallnischkies war vergangenes Jahr für den verstorbenen Ratsherrn Hans Martin Banzhaf in den Rat nachgerückt. Die 59-Jährige hofft durch die Aufnahme in die Gruppe, nun politisch mehr bewegen zu können. „Alleine kommt man ja nicht weit“, sagt sie. Die Linken-Politikerin sieht Handlungsbedarf bei der Ausstattung von Grundschulen und setzt sich für mehr erschwinglichen Wohnraum in Uelzen ein. Die Stadt sollte ihrer Meinung nach zudem behindertenfreundlicher gestaltet werden.

Karl-Heinz Schmäschke

Karl-Heinz Schmäschke, Vorsitzender der Ratsgruppe, erlebt, wie er sagt, Ute Altbauer-Kallnischkies als engagierte und wissbegierige Ratsfrau. Er berichtet von Schnittmengen in der politschen Arbeit, im Ergebnis sei er auf sie zugegangen mit der Frage, ob sie nicht Mitglied werden wolle. Die bisherigen Gruppenmitglieder hätten sich offen für eine Aufnahme gezeigt.

39 Mitglieder zählt der Rat der Hansestadt Uelzen inklusive des Bürgermeisters Jürgen Markwardt, eine Mehrheit wird damit bei 20 Stimmen erreicht. Die größten Fraktionen stellen CDU und SPD mit jeweils 13 Ratsherren und -frauen, die Stimmen von einer dieser Fraktionen und der Gruppe aus Grünen, FDP, Linke und Piraten reichen damit künftig für eine Mehrheit. Vorgesehen ist, dass der Rat noch in diesem Jahr eine Reihe von wegweisenden Entscheidungen trifft – beispielsweise zur Zukunft des Theaters und der Stadthalle, oder zu einem möglichen Stadtentwicklungskonzept, zu dem es durchaus unterschiedliche Meinungen gibt (AZ berichtete).

Mit der Aufnahme von Ute Altbauer-Kallnischkies besteht die Gruppe nun aus Vertretern von vier Parteien. „Parteien spielen im Rat nicht die extreme Rolle, es geht mehr um die inhaltliche Arbeit“, sagt Karl-Heinz Schmäschke. Die Gruppe strebe an, bei Entscheidungen geschlossen abzustimmen. Vorab würden die Themen besprochen, die Meinung jedes Gruppenmitgliedes dabei angehört. Sollte ein Gruppenmitglied in einer Frage anders abstimmen wollen, werde es gebeten, dies vorab der Gruppe und auch gegenüber dem Rat mitzuteilen.

Von Norman Reuter

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