Anklage wegen Brandstiftung: Freispruch für 21-Jährigen

Vier Feuer – ein Verdacht

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Viel Arbeit für die Feuerwehr: In einem Uelzener Waldstück gab es im vergangenen Mai eine Brandserie.

Uelzen. Es war heiß und trocken. Die Maisonne brannte schon am Vormittag auf die Wälder. Zwischen den Bäumen begann es zu qualmen. Viermal. Und jedes Mal war ein 21-jähriger Uelzener einer der ersten, die die Feuer entdeckten.

Wegen Brandstiftung musste er sich nun vor dem Schöffengericht verantworten – und wurde schließlich freigesprochen. „Wir sind nicht überzeugt, dass Sie es nicht waren“, sagte der Vorsitzende Richter Rainer Thomsen. „Die Indizien sprechen dafür, dass Sie es gewesen sein könnten. “ Jedoch wurde aus Mangel an Beweisen für den Angeklagten entschieden.

Anfang Mai vergangenen Jahres brannte in einem Uelzener Ortsteil eine Fläche von 100 Quadratmetern. Der 21-jährige Hartz-IV-Empfänger, der in der Nähe dieses Waldstücks wohnt und regelmäßig an der Strecke entlang joggt, alarmierte die Feuerwehr.

Sechs Tage danach musste zweimal die Feuerwehr ausrücken. Am Mittag informierte ein Taxifahrer die Wehr, als es im selben Wald qualmte. Der 21-Jährige stand zu dem Zeitpunkt an den nahegelegenen Bahngleisen und plauderte mit einem Mitarbeiter der Bahn, der dort die Sicherheitsaufsicht für Gleisarbeiter übernahm. Diesen Mann, der im Prozess als Zeuge aussagte, wies der 21-Jährige darauf hin, dass es in dem Wald qualmen würde. Der Zeuge habe von seiner Position aus den Qualm jedoch nicht sehen können, sagte er vor Gericht. Eine Jugendliche, die mit dem Rad an der Strecke vorbeikam, sei ebenfalls auf den Brand hingewiesen worden. Ihr seien kleine Verbrennungen – wie durch Zigaretten – an den Armen des 21-Jährigen aufgefallen.

Am selben Abend rief der 21-Jährige, der bereits der Polizei bekannt war, bei der Feuerwehr an: zwei auseinanderliegende Brandstellen im selben Wald mussten gelöscht werden. Nach Angaben der Uelzener Polizei sei die einzige Erklärung für die Feuer Brandstiftung, aber beweisen konnten die Beamten nichts. Ein Brandsachverständiger war nicht eingesetzt worden, und es wurden auch keine Zeugen gefunden, die eine Brandstiftung beobachtet hätten. So beantragte auch die Staatsanwaltschaft nach der Verhandlung Freispruch.

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