Versuchte Schutzgelderpressung: Mitglieder der Douglas-Bande erwarten Mittwoch Plädoyers im Landgericht

Vier Angeklagte packen aus

Der Prozess gegen Uelzener Banden-Mitglieder wird schon bald ein Ende haben.

rast Lüneburg. Die 1. Große Jugendkammer am Landgericht Lüneburg bat Staatsanwalt und die vier Verteidiger gestern erneut hinter die verschlossenen Türen des Beratungszimmers.

Was dabei herauskam, konnte drei Mitglieder der so genannten Douglas-Bande im Alter von 18 Jahren und einen 20-Jährigen aus Uelzen überzeugen: Sie packten aus und gestanden mehrere Taten wie etwa eine versuchte Schutzgelderpressung und Körperverletzungen, die sie in wechselnder Beteiligung begangen haben.

Drei von den Angeklagten können nun mit Strafen von höchstens zwei Jahren rechnen, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Laut dem Vorsitzenden Richter ist beim vierten Angeklagten, einem 18-Jährigen, eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wahrscheinlich.

Das Quartett bestätigte die Anklagevorwürfe. So kamen unter anderem drei Täter am 23. November 2011 gegen 17.30 Uhr in ein Uelzener Geschäft und wollten Schutzgeld erpressen. Würde nicht gezahlt werden, drohten sie damit, das Geschäft in Flammen aufgehen zu lassen. Einer drohte dabei dem Inhaber mit einem Messer mit 20 Zentimeter langer Klinge: Es bedürfe nur einer kleinen Bewegung, dann liege der Mann hinter dem Tresen. Als eine Kundin den Laden betrat, verschwand das Trio. Später wurde vor dem Geschäft ein Reifen eines Audi A6 zerstochen.

Bereits am 2. September hatten drei der Angeklagten auf einen Imbiss-Betreiber und dessen Sohn eingeschlagen und eingetreten. Zudem schlugen sie mit einem Besenstil auf den Chef ein und stießen ihn eine Treppe hinunter. Und in einem dritten Fall hatten drei der Angeklagten vor einer Uelzener Kneipe unter anderem mit einem Hosengürtel auf einen Mann eingeschlagen, der zuvor mit einem von ihnen in Streit geraten war. In ihren Geständnissen zeigten die jungen Angeklagten gestern Reue, einer hatte bereits am Vortag über seinen Anwalt Entschuldigungsschreiben an die Geschädigten abschicken lassen.

Persönlich entschuldigen können sich alle am Mittwoch, dann werden die Opfer gehört. Nach den Geständnissen und den Gesprächen über eine einvernehmliche Verfahrenserledigung von gestern ist davon auszugehen, dass Mittwoch auch Plädoyers und Urteile gesprochen werden. Bereits angedeutet wurde, dass dann auch die Haftbefehle für zwei noch in U-Haft sitzende Angeklagte außer Vollzug gesetzt werden.

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