Landkreis reagiert: Jugendberufsagentur im Aufbau

Zu viele Azubis im Kreis Uelzen kapitulieren

Uelzen/Landkreis. Die Statistik lässt aufhorchen: Jeder vierte Lehrling im Landkreis Uelzen hat 2012 seine Ausbildung abgebrochen. „Für mich zeigt sich an der Zahl: Da stimmt was nicht“, so Simone Strasburger vom Bildungsbüro des Landkreises.

Und der Landkreis reagiert: Die Jugendhilfe soll in den nächsten Monaten neu strukturiert werden, damit hohe Abbrecherquoten der Vergangenheit angehören. Denn auch das weiß Strasburger: Abbrecher wechseln nicht nahtlos in einen neuen Beruf, sie fallen häufig in ein Loch und sind nach Arbeitslosigkeit schwerer zu vermitteln. Soweit soll es erst gar nicht mehr kommen.

Der Landkreis will eine sogenannte Jugendberufsagentur bilden, die eine frühere Berufsorientierung ermöglichen soll. Mit einer besseren Beratung zu Schulzeiten ließen sich die Schulabgänger passgenauer in den Berufen platzieren, sagt Strasburger. In der Agentur werden die verschiedenen Akteure für Beruf und Jugend zusammenarbeiten, so ist es nach ersten groben Planungen vorgesehen. Arbeitsagentur, Jobcenter oder Jugendamt sind Beispiele für solche Akteure. Am Montagabend hat sich der Kreisausschuss für den Aufbau der Jugendberufsagentur und damit der Bündelung der Kräfte ausgesprochen.

Die Agentur soll neben der verbesserten Berufsberatung in Zusammenarbeit mit den Schulen im Landkreis auch künftig verhindern, dass Jugendliche – trotz womöglich bestehender Schulpflicht – abtauchen und später, weil keine Ausbildung in Angriff genommen worden ist, ein Fall für das Jobcenter werden, das eine finanzielle Grundsicherung übernehmen muss. „Je geringer der Bildungsstand, je länger Menschen aus dem Arbeitsmarkt heraus sind, umso höher ist die Gefahr der Armut“, schildert Strasburger. Mit der Jugendberufsagentur soll in Zusammenarbeit mit den Schulen sichergestellt werden, dass Ämter und Behörden immer wissen, wie die Lebenssituation von Jugendlichen ist, um ihnen bei Bedarf aus einer Hand Hilfsangebote unterbreiten zu können.

Dass eine solche Agentur Erfolge bringen kann, weiß der Landkreis Uelzen aus Hamburg. Dort gibt es bereits eine Jugendberufsagentur. Die Zahl der Jugendlichen, die sich mit einem Berufs- oder Ausbildungsbeginn schwer taten, sei gesunken, erklärt Strasburger.

Von Norman Reuter

Rubriklistenbild: © dpa

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