Verwirrung um Südstaatler

Im Gericht: Verkauf von Sammlerfiguren endet mit Prozess in Uelzen

Uelzen – Mit dem Verkauf von Sammlerfiguren wollte er sein Studium finanzieren – jetzt sitzt der 55-jährige B. aus Uelzen auf der Anklagebank. Der Vorwurf:

B. habe unter Sammlern beliebte Soldatenfiguren aus dem amerikanischen Bürgerkrieg bei einer Auktion im Internet als äußerst seltene Exemplare ausgewiesen und sich so bei zwei Bietern insgesamt rund 20 000 Euro ergaunert.

Eine Stunde wird der Angeklagte angehört, schließlich kommt es zur Einstellung des Verfahrens – unter Auflagen: 140 Stunden gemeinnützige Arbeit muss B. ableisten. Und nach Zivilverfahren, die bereits stattfanden, hat er einen Großteil der Summe zurückzuzahlen.

Zuvor erläutert B. den Sachverhalt aus seinem Blick. Demnach hätten die angebotenen Figuren gar keine Originale – unter anderem ein sogenannter „Südstaatler, liegend“ – sein können, da kein Sammler diese spezielle Figur jemals besessen habe. Der Angeklagte verglich sie gar mehrfach mit dem legendären Bernsteinzimmer. „Jeder Sammler auf der Welt würde sein Auto dafür tauschen“, hieß es vom Angeklagten.

B. selbst bot jedoch in den zur Auktion gestellten Sets gleich mehrere dieser Exemplare an. Nach eigener Aussage würde jeder Sammler, der sich mit den Figuren auskenne, wissen, dass es sich dabei also nicht um die seltenen Exemplare handeln könne.

Eine „gewisse Dreistigkeit“ erkennt Staatsanwalt Jan Christoph Hillmer. Er stellt die Frage in den Raum, warum der Angeklagte seine Bieter nicht auf den Irrtum über die Echtheit der Figuren hinwies, nachdem die Preise bei den Auktionen in die Höhe geschnellt waren. Spätestens nachdem der erste Kunde die Irreführung bemerkte, hätte B. sein Verhalten ändern müssen, meint auch Richterin Hagemann.  dab

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