Metronom-Sprecher Pamperin: Nachteil für umweltfreundliches Verkehrsmittel

EEG verteuert Bahnfahren

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Die Tickets für den Metronom könnten durch eine Absenkung der EEG-Rabatte für Bahnunternehmen teurer werden.

Uelzen. Bahnfahren könnte bald teurer werden. Der Grund: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel will die Rabatte für Bahnunternehmen bei der Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zurückfahren.

„Wer umweltfreundlich mit elektrischen Bahnen unterwegs ist, wird im Vergleich zu nicht betroffenen Autofahrern finanziell bestraft“, kritisieren der Verbraucherzentrale-Bundesverband und die Allianz pro Schiene. Auch die Tickets für den Metronom, der Uelzen mit Hamburg, Bremen, Hannover und Göttingen verbindet, könnten sich verteuern, bestätigt Firmensprecher Björn Pamperin.

Als Strom-Großverbraucher erhält auch das Bahnunternehmen mit Betriebsgelände in Uelzen den Rabatt auf die Umlage. Der Stromverbrauch ist zwar Betriebsgeheimnis, aber allein eine der 30 immerhin 84 Tonnen schweren Bombardier-Elektrolokomotiven leistet 5,6 Megawatt. „Das Problem ist, wenn die Rabattierung zurückgefahren wird, dass dem System Bahn Geld entzogen wird“, sagt Pamperin. Zwar kann die Metronom-Eisenbahngesellschaft nicht unabhängig Preise erhöhen – die fallen in die Zuständigkeit der Verkehrsverbünde, etwa des HVV – aber spätestens bei der Neuausschreibung der Strecken würden höhere Energiekosten in die Kalkulation einfließen, macht der Unternehmenssprecher deutlich. „Die Bahn als eigentlich umweltfreundliches Verkehrsmittel wird benachteiligt.“

Was umweltfreundlich bedeutet, kann man im Internet nachlesen: Ein Metronom-Fahrgast verbraucht umgerechnet 3,3 Liter Benzin auf 100 Kilometer – und zwar bei Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern. Pro Kopf und Kilometer stößt der Metronom 60 Gramm Kohlendioxid aus. Zudem wird die Energie beim Bremsen zurückgewohnnen. Die Lokführer sind im energiesparenden Fahren geschult.

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll die Energiewende doch voranbringen. Stattdessen wird die Energiewende im Verkehr torpediert“, kritisieren Verbraucherzentrale und Pro Bahn. Sie rechnen damit, dass sich Gütertransporte auf die Straße verlagern. Laut Referentenentwurf zur EEG-Novelle sollen die Bahnen ab 2015 15 Prozent der Umlage zahlen, ein Jahr später 20 Prozent, 2017 dann 25 Prozent und ab 2018 schließlich 30 Prozent.

Von Gerhard Sternitzke

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