Die „Erste Hilfe“ am Kind verlangt besondere Kenntnisse / Kurs vom DRK

Verschluckt, verbrannt, gestürzt

Christopher und Tina Damm kamen gemeinsam zum Kurs und üben an der „erwachsenen“ und an der Kinder-Puppe. Fotos: urhahn
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Christopher und Tina Damm kamen gemeinsam zum Kurs und üben an der „erwachsenen“ und an der Kinder-Puppe. Fotos: urhahn

Uelzen/Wrestedt – Einen Kurs in „Erster Hilfe“ hat zumindest ein jeder besucht, der einen Führerschein gemacht hat. Doch das ist manchmal sehr lange her.

Wer kann schon sagen – abgesehen von ausgebildeten Rettungskräften, Feuerwehrleuten oder Soldaten – dass er einhundertprozentig sicher handeln könnte, wenn er in die Lage kommt, einem Unfallopfer helfen zu müssen? Und was ist, wenn das auch noch ein Kind oder Säugling ist? Das DRK Uelzen bietet nun einen Zwei-Stunden-Kurs zum Thema „Erste Hilfe am Kind“ an.

Steffi Friedrich ist beim DRK-Rettungsdienst in Uelzen und Ausbilderin für „Erste Hilfe“ – ein Ehrenamt. Im neuen Kindergarten in Wrestedt zeigte sie interessierten Eltern, Erziehern und auch Großeltern, was die Besonderheiten bei der Erstversorgung sind, wenn Kinder oder Säuglinge sich verletzen.

„Was interessiert euch? Worüber wollt ihr etwas wissen?“, fragt die Ausbilderin in die Runde und sofort sprudelt es aus den Teilnehmern heraus: Verschlucken, Stürze, Verbrennen, Beruhigung, Wiederbeleben, Wespenstich im Mund und Allergie sind die Schlagworte. Steffi Friedrichs schreibt alles an eine Flipchart und wird tatsächlich innerhalb der nächsten zwei Stunden alle Punkte abarbeiten. „Natürlich ist es schwer, die ganzen Inhalte in zwei Stunden zu pressen, die eigentlich für acht Stunden gedacht sind. Ich ziehe hier das Wichtigste raus“, erklärt Friedrich und stellt klar, dass man bei Bedarf noch einmal diese zwei Stunden oder auch den langen Kurs besuchen könne.

Zunächst werden jedoch verschiedene Verletzungen in Gruppen diskutiert. Da geht es von der Schulterverletzung über den Fremdkörper im Auge bis zur Schere, die dem Kind im Bauch steckt. „Hier ist zuallererst wichtig, dass der Gegenstand nicht herausgezogen wird, denn er verschließt eventuell verletzte Gefäße“, mahnt die Expertin und zeigt, wie ein solcher Gegenstand stabilisiert wird. So werden die Verletzungen und angeschriebenen Schlagworte besprochen und diskutiert, bis der Kurs bei der stabilen Seitenlage angelangt ist.

Was noch fehlt, ist die Königsdisziplin der „Ersten Hilfe“, die Herz-Lungen-Wiederbelebung. „Der Rhythmus ist bei allen Altersgruppen gleich, nämlich dreißig-zwei. Früher gab es Unterschiede, heute gibt es nur bei Säuglingen noch eine Besonderheit“, hält die Rettungssanitäterin fest. Dreißig-zwei bedeutet 30 Mal bei der Herzdruckmassage drücken und zwei Mal beatmen. Wenn Rippen brechen, solle man einfach weitermachen. „Ihr könnt nicht so tief drücken, dass ihr hinten wieder rauskommt“, sagt Friedrich – wohl auch um ein bisschen die Angst vor dieser Herausforderung zu nehmen. Besonderheiten beim Drücken sind, was die Anwendung an Kindern betrifft, dass man bei kleinen Kindern nur eine Hand nimmt und bei Säuglingen nur zwei Finger. Beim Beatmen der ganz Kleinen ist außerdem darauf zu achten, nur den Inhalt des eigenen Mundes einzusetzen, da die kleinen Lungen nicht mehr aufnehmen können.

Wer mehr darüber erfahren möchte, hat im neuen Kindergarten in Wrestedt am Dienstag, 17. September, von 14 bis 16 Uhr oder am Donnerstag, 26. September, von 19 bis 21 Uhr noch Gelegenheit dazu. Anmeldungen sind möglich per Telefon unter (05 81) 94 03 24 67.

VON ANDREAS URHAHN

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