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Verkehrspläne der Stadt am Marktcenter stoßen auf geteiltes Echo

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Von: Lars Lohmann

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neue Verkehrsführung für Radfahrer in der Innenstadt zwischen Marktcenter und Veerßer Straße
Die Stadt will der Empfehlung der Unfallkommission Folgen und künftig den Radverkehr Richtung Innenstadt ab dem Marktcenter auf die Straße bringen. © Lars Becker

Die Hansestadt Uelzen plant, die Verkehrsführung für Radfahrer vom Marktcenter Richtung Innenstadt anders zu regeln. Doch die Pläne stoßen bei den Mitgliedern des Bauausschusses nicht einhellig auf Zustimmung.

Uelzen – Wie sollen Fahrradfahrer in Zukunft vom Marktcenter in die Innenstadt geführt werden? Im Bauausschuss der Hansestadt Uelzen hat Stadtbaurat Dr. Andreas Stefansky die Pläne vorgestellt, dabei stießen die mit der Unfallkommission abgestimmten Maßnahmen auf ein geteiltes Echo bei den Ausschussmitgliedern. Vor allem die Frage, ob, wie von der Verwaltung vorgesehen, Radfahrer zwingend am Marktcenter die Veerßer Straße nutzen müssen (AZ berichtete), sorgte für Diskussionen.

„Ich bin, vorsichtig gesagt, entsetzt“, erklärte das beratende Mitglied Rainer Schimmel nach der Vorstellung der Pläne. Er könne nicht nachvollziehen, warum die Stadt Fahrradfahrern verweigern wolle, den bis zu zehn Meter breiten Gehweg zu nutzen. Aus seiner Sicht komme es gerade beim Einfädeln auf die Veerßer Straße immer wieder zu gefährlichen Situationen bei Tempo 50.

Beim Einfädeln gibt es Optimierungsbedarf


Es gebe Fahrradfahrer, die sich auf der Straße nicht sicher fühlten, die sollte man jetzt nicht auf die Straße zwingen. Für ihn wäre es sinnvoller, die Radfahrer später beim neuen Kreisel auf die Straßen in Richtung Innenstadt zu führen. „Die Fahrradfahrer sollen selbst entscheiden, wo sie fahren wollen“, sagte er. Diese Meinung vertrat auch Friederike Knust.

Konträr dazu positionierte sich Kurt Ziplys (SPD). „Für mich macht es Sinn, dass die Radfahrer am Marktcenter auf die Veerßer Straße geführt zu werden“, sagte er. Ziplys regte aber auch an, darüber nachzudenken, die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Bereich des Einfädelns auf Tempo 30 zu reduzieren. Später wäre es nur schwierig möglich, den Radverkehr auf die Straße zu bringen, weil die Bürgersteige ab dem Amtsgericht schmaler werden.

Laut Stefansky soll der Bereich noch einmal baulich verändert werden. „Beim Einfädeln gibt es Optimierungsbedarf“, erklärte er. In einem ersten Schritt werde man übergangsweise zusätzliche Schilder für Radfahrer und Autofahrer aufstellen, um nochmals die Sinne aller Verkehrsteilnehmer zu schärfen. Das werde in zwei bis drei Wochen abgeschlossen sein, wenn es die Witterungsverhältnisse zuließen.

Die Entscheidung, den Radverkehr so zu regeln, habe man nach einem Termin mit der Unfallkommission getroffen, betonte auch Pierre-Pascal Berning (Teamleiter Verwaltung im Fachbereich Straßen, Umwelt und Grünflächen). Der neue Kreisverkehr sei baulich so ausgelegt, dass die Radfahrer im Kreisverkehr fahren sollen. Die Zebrastreifen seien hingegen nicht für Radfahrer ausgelegt. Dort sei der Bordstein lediglich in einem schmalen Bereich abgesenkt worden, um Rollstuhlfahrern das problemlose Überqueren des Fußgängerüberwegs zu ermöglichen.

Auf generelle Zustimmung trafen hingegen die Pläne, das Linksabbiegen für Fahrradfahrer von der Ringstraße auf die Veerßer Straße zu erlauben. Hier wurden auch schon laut Stefansky Schilder aufgestellt, die auf die Rechts-vor-Links-Regel hinweisen. Der Abbiegebereich für Fahrradfahrer soll auch noch rot hinterlegt werden.

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