Jäger greifen ein

Verirrtes Reh in Holdenstedt gerettet

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Es musste schnell gehen, um dem Reh wieder die Freiheit zu schenken: Tobias und Wilhelm Klinger warfen ein Fangnetz über das Tier und brachten es zu einem nahegelegenen Waldstück.

Uelzen-Holdenstedt. „Es sind die Hunde“, sagt Tobias Klinger. Zu viele Vierbeiner würden trotz des Leinenzwangs in Holdenstedt frei herumlaufen und wie vermutlich in diesem Fall andere Tiere so verängstigen, dass sie Reißaus nehmen und aus der Panik heraus über Gartenzäune springen, ohne wieder die Kraft zu finden, erneut das Hindernis zu überwinden, so der Jäger.

Am Montag war er mit seinem Vater Wilhelm Klinger zu Otto Heinrich gerufen worden. Der Holdenstedter hatte in seinem Garten mit Beeten und Obstbäumen ein sogenanntes Schmahlreh entdeckt. Mehrere Flächen sind eingezäunt, eine davon war zur Falle für das Tier geworden. „Als ich etwas durch den Garten huschen sah, glaubte ich zuerst, es sei ein Fuchs“, schildert Heinrich.

Der Gast stellte sich als etwa ein Jahr altes Reh heraus, das durch die Versuche, wieder in die Freiheit zu kommen, gestern schon einen geschwächten Eindruck machte, aber die Kraft aufbrachte, bei seiner Rettungsaktion im wahrsten Sinne des Wortes mehrmals durchs Netz zu gehen. Um dem Reh wieder die Freiheit zu schenken, hatten die beiden Jäger ein Fangnetz mitgebracht.

Sehr vorsichtig, langsam, Schritt für Schritt, näherten sie sich immer wieder dem Tier. Als es sich nach mehreren Runden in eine Ecke des Gartens setzte, warfen sie blitzschnell das Netz über das Reh, wickelten es ein, damit es nicht noch einmal entwischen konnte – begleitet vom verängstigten Jaulen. Tobias Klinger nahm es dann auf den Arm und wenige Augenblicke später konnte es auf einem angrenzenden Waldstück freigelassen werden.

Ob das Tier seine wiedergewonnene Freiheit genießen kann, blieb am Montag unklar. Bei Rundgängen bewusst auf dem Grundstück, auf dem es freigelassen wurde, wolle man schauen, ob es dauerhaft auf eigenen Beinen stehen könne, so Wilhelm Klinger. Andernfalls müsse es erlöst werden.

Um Tieren ein solches Schicksal zu ersparen, appellierte Tobias Klinger an an alle Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen.

Von Norman Reuter

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