Vereine wollen Theater und Schloss Holdenstedt weiterhin nutzen

Kulturstätten auf Prüfstand

+
Wie der Archäologie-Raum, durch den gestern Uwe Harnack führte, sollen alle Räume im Schloss Holdenstedt neu gestaltet werden.

Uelzen. Für die Sanierung und Umgestaltung der Ausstellungsräume im Schloss Holdenstedt sind rund 500 000 Euro nötig, schätzt Heimatmuseumsleiter Dr. Ulrich Brohm.

Für die jährliche Unterhaltung des Theaters an der Ilmenau sind jeweils 150 000 Euro aufzubringen, erklärt die Vorsitzende des Kulturkreises Uelzen, Ute Lange-Brachmann – Kulturschaffende aus der Stadt Uelzen haben am Montagabend bei einer Sondersitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Kultur und Tourismus auf Bitten des Gremiums die kulturellen Angebote in Uelzen vorgestellt. Dabei nannten sie auch Summen, die für den Erhalt und die Modernisierung der Kulturstätten in Uelzen benötigt werden. Für die Ausschussmitglieder eine Richtschnur – sie haben in den nächsten Monaten in Arbeitsgruppen über ein Konzept für die Veranstaltungsstätten zu befinden. Bevor jedoch Entscheidungen fallen, wollte der Ausschuss zunächst einmal die kulturelle Landschaft besser kennen lernen, lud deshalb zur Sondersitzung ein.

Hintergrund: Die beiden Veranstaltungsorte, Schloss Holdenstedt und Theater, stehen auf dem Prüfstand, sollen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten neu organisiert werden, weil hohe Unterhaltungskosten und nötige Sanierungen den Haushalt belasten. Als langfristige Lösung sind sogar vom Gebäudemanagement Varianten zu einem Neubau als Ersatz für das Theater an der Ilmenau mit Räumen für Ausstellungen erarbeitet worden (AZ berichtete).

Für die Kulturschaffenden ist die Aufgabe der bisherigen Kulturstätten aber keine Option, wie sie erklärten. Ute Lange-Brachmann verwies auf die gute Ausstattung des Theaters, weshalb größere und niveauvolle Produktionen gebucht werden könnten. Mit einem kleineren Haus, womöglich ohne Orchestergraben, weniger Sitzplätzen und schlechterer Technik seien solche Angebote nicht mehr zu machen, weil die Ensembles Anfragen ablehnen würden. Und die Frage sei, ob sich Uelzen ein schlechteres Kulturangebot leisten könne, wenn die Stadt für Neubürger attraktiv bleiben wolle. Außerdem gebe es einen Bildungsauftrag.

Für Dr. Udo Hachmann, Vorsitzender des Kunstvereins Uelzen, sind der Theaterkeller und die Räume im Schloss Holdenstedt Orte, an denen sich gut die fünf bis sieben Ausstellungen des Vereins pro Jahr unterbringen ließen. Dr. Ulrich Brohm, Leiter des Heimatmuseums, erinnerte an die Möglichkeiten, die Dauerausstellung des Heimatmuseums ansprechender zu gestalten, sofern Gelder zu Verfügung gestellt würden.

Von Ausschussmitgliedern bekamen die Kulturschaffenden mit auf den Weg, dass sich mit einer intensiveren Öffentlichkeitsarbeit die Einnahmenseite verbessern lasse, wodurch dann auch die Kulturangebote auf sichere Beine gestellt werden könnten. Für Finanzdezernent Jürgen Markwardt eine falsche Diskussion: Die Politik habe nun zu schauen, wie sich angesichts des Sparzwangs durch den Zukunftsvertrag der Kulturbetrieb mit den vorhandenen Mitteln aufrecht erhalten lasse, meinte er.

Von Norman Reuter 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare