Open R: 75 Prozent der Karten gingen in die Ferne / Veranstalter zufrieden mit Ablauf und Stimmung

Veranstalter zieht Fazit zum Open R: Nur im Landkreis hakt es noch

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Nicht nur Adel Tawil wunderte sich bei seinem Auftritt über den neuesten Uelzener Mode-Trend. „Wollt ihr mich verarschen?“, fragte er sich angesichts des Meers an grünen Hüten vor der Open R-Bühne. Das Werbegeschenk wurde zum Running Gag auf dem Festival.

Uelzen. „Um es mit den Worten Trappatonis zu sagen: Wie eine Flasche leer“, beschreibt Ulrich Gustävel einen Tag nach dem Open-R-Festival sein Befinden. „Das ganze Team ist echt abgerockt.“

Organisation und Durchführung des Festivals brachten den Veranstalter und seine zahlreichen Helfer wieder einmal an die Belastungsgrenze. Doch es habe sich gelohnt. „Mit dem Ablauf und der Art, wie wir uns präsentiert haben, bin ich hochzufrieden – und das Wetter hat natürlich super mitgespielt“, resümiert Gustävel, der ein ausdrückliches Lob an sein Team richtet.

Nur geringe Akzeptanz in Uelzen und Umgebung

Einziger Wermutstropfen und ein großes Fragezeichen über dem Kopf des Veranstalters: die geringe Resonanz aus Uelzen und Umgebung. „75 Prozent der rund 14.000 Besucher kamen von außerhalb, aus Hamburg, Kiel, Bayern und und und ...“, sagt Gustävel. Überregional werde das Open R sehr gut bewertet und habe sich zu einem B-Festival entwickelt. Auch die Künstler würden den Charakter des Festivals sehr zu schätzen wissen. „Die Stars fühlen sich hier wohl, mögen die Kombination aus Festival-Gelände und naher Halle mit Catering und allem drum und dran. Das ist weniger improvisiert als bei anderen Festivals“, berichtet Gustävel.

Warum also diese verhältnismäßig niedrigere Akzeptanz in der Heimat? Gustävel: „Das kann ich mir auch nicht erklären, wir werden das genau analysieren.“ Das Konzept selbst mit drei Veranstaltungstagen und einem breit gefächerten Programm sieht er eigentlich auf dem richtigen Weg. „Da ist für jeden etwas dabei, wir können alle Altersgruppen bedienen.“

Auch was die Stimmung angeht, sieht Gustävel keine Defizite. „Von den Besuchern haben wir in dieser Hinsicht nur positives Feedback erhalten“, erzählt er. Gerade während des Schlagertags, den er in diesem Jahr auf Wunsch aus der Bevölkerung auf die Beine gestellt habe, habe die Almased Arena gebrodelt.

Dazu trage auch der Aufbau bei. „Durch die Tribünen bleibt die Stimmung in der Arena und verläuft sich nicht so“, meint Gustävel. Er überlege deshalb, ob auch eine Tribüne hinter der Masse eine Option sei. „Das ist immer abhängig vom jeweiligen Star, aber da sind wir flexibel.“ Wer das im nächsten Jahr sein wird, klärt sich in naher Zukunft. „Wir sind mitten in Verhandlungen, mehr wird noch nicht verraten.“

Grüne Hüte werden zum absoluten Renner

Am Schlagersonntag rasteten die Fans so richtig aus und brachten die Arena zum Kochen. 

Symbol für die ausgelassene Stimmung waren in diesem Jahr auf jeden Fall die grünen Hüte, die die AOK bei einem Gewinnspiel direkt vor Ort verteilte. 3.500 Exemplare verteilten Regionalleiter Thorsten Schulz-Widdecke und sein Team. Am Sonntag gegen 17.30 Uhr waren alle vergriffen. „Wir hatten eine Menge Spaß und werden die Hüte wohl auch für das nächste Jahr bestellen“, kündigte Schulz-Widdecke an. Aber nicht nur unter den Besuchern kam der auffällige Kopfschmuck bestens an. Die Spider Murphy Gang etwa wähnte sich gar in der grünen Hut-Arena. Tim Bendzko und Vanessa Mai probierten den Look auf der Bühne selbst aus und Marianne Rosenberg wollte Uelzen nicht verlassen, ehe sie nicht zwei grüne Hüte als Souvenir mit nach Hause nehmen konnte. „Wir hatten aber keine mehr, also musste ich noch mit Fans um zwei Hüte feilschen“, verrät Schulz-Widdecke. So konnte Marianne Rosenberg Uelzen dann doch zufrieden verlassen.

Entspanntes Wochenende für Ordnungskräfte

Zufrieden mit der Veranstaltung zeigten sich auch die Ordnungskräfte. „Aus polizeilicher Sicht war das eine perfekte Veranstaltung“, lobte Ralf Munstermann, Leiter des Uelzener Streifendienstes, die Veranstaltung und die Organisation. Alles sei friedlich geblieben, „ es gab nicht mal einen Diebstahl.“

Ein relativ ruhiges Wochenende verlebten die Einsatzkräfte des DRK bei „ihrem Heimspiel“ wie es Kreisbereitschaftsleiter Andreas Schulze ausdrückte. Auch, weil die befürchtete Hitze ausfiel. So gab es nur am Sonntag wenige Personen mit Kreislaufbeschwerden zu behandeln. Die größten Probleme machten die Wespen. „Allerdings in keinem außergewöhnlichen Maße“, so Schulze. Dennoch endete einer der Stiche im Krankenhaus. Die Betroffene war eine AOK-Mitarbeiterin, die von einer Wespe im Mund erwischt wurde. „Sie wusste nicht, dass sie allergisch ist und musste mit Schwellungen und Atembeschwerden sogar auf die Intensivstation“, berichtet Schulz-Widdecke. Von dort konnte sie aber schon einen Tag später entlassen werden.

Von Steffen Schmidt

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