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Venuskogge am Alten Rathaus in Uelzen feierlich eingeweiht

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Von: Lars Lohmann

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Die Venuskogge soll zur Diskussion anregen, finden Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling (links) und Künstler Claus Kobernuss.
Die Venuskogge soll zur Diskussion anregen, finden Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling (links) und Künstler Claus Kobernuss. © Foto: Lohmann

Über Kunst lässt sich trefflich streiten, so auch über die Venuskogge. Die schon, bevor sie als Denkmal für die Frauen am Alten Rathaus in Uelzen aufgestellt wurde, in aller Munde war und kontrovers in der Stadt diskutiert wurde. Gestern ist das von Claus Kobernuss entworfene Kunstwerk feierlich eingeweiht worden.

Uelzen - „Streit über Kunst ist in Ordnung“, sagt Kobernuss. Denn nur im Austausch miteinander und in der Diskussion über Kunst erfülle sie ihren Zweck. Das Venussymbol des ausdrücklich zum Sitzen einladenden Kunstwerks stehe für alle Frauen auf der Welt.

Die Kogge stehe für die Zusammenarbeit, durch die erst Entwicklungen wie die des Kunstwerks angestoßen werden, so wie auch die Hanse für Zusammenarbeit stehe. Das Kunstwerk hat der Berufsschullehrer zum großen Teil mit seinen Azubis bei Leben leben geschaffen, das Metall gebogen, den Unterbau konstruiert und das vom Tischler zugelieferte Holz zugeschnitten und eingebaut. Lediglich der Ring des Venussymbols wurde von einer Firma gebogen. „Wichtig ist: Ich habe nicht alles allein gemacht. Die Azubis haben geholfen, und eine Kollegin hat mich dazu angeregt, beim Wettbewerb mitzumachen“, sagt Kobernuss.

Zwei Jahre Diskussion sind der Einweihung der Frauenstatue vorausgegangen. Daran erinnert Uelzens Erster Stadtrat Dr. Florian Ebeling. „Schon der Antrag wurde kontrovers diskutiert, und es gab viele Meinungen darüber, wie eine Frauenstatue aussehen soll“, sagt er. Letztlich habe sich der Rat für den Entwurf der Venuskogge entschieden. Aber gerade die öffentliche Diskussion über die Statue habe ihren Zweck erfüllt. Denn Kunst, über die geredet werde, bringe auch ihr Anliegen herüber. Und damit seien Frauen sichtbar geworden. Die Bedeutung hinter der Venuskogge erklären auch zwei Informationstafeln, die an den Rückenlehnen angebracht sind.

Für Kobernuss ist unterdessen völlig klar, dass sein Kunstwerk auch im Unterricht als praktisches Beispiel seinen Platz finden wird. „Also bitte nicht wundern, wenn hier junge Leute mit Zollstöcken unterwegs sind“, meint er.

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