Sparkasse gibt nach Filialstandort auch Selbstbedienungsmöglichkeit auf / Unverständnis der Bürger

Veerßer trauern um Bankautomaten

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Die Demonstration der Veerßener für „ihren“ Bankautomaten lief ins Leere: Zum angekündigten Treffen am Anbau der ehemaligen Filiale kam kein Sparkassen-Mitarbeiter. Künftig sollen die Veerßener den Sparkassen-Service in der Hauptstelle nutzen.

Uelzen. Den Veerßenern fehlt das Verständnis: Warum gibt die Sparkasse „ihren“ Bankautomaten auf?

Kinder heben dort, an der Ecke Krempelweg/Parkstraße, Geld von ihrem Taschengeldkonto ab, Autofahrer schätzen die guten Parkmöglichkeiten, Rentner und die Bewohner der nahegelegenen betreuten Wohnanlage „Unter den Eichen“ die fußläufige Entfernung sowie die Barrierefreiheit.

Gestern soll ein Treffen von einem Sparkassenmitarbeiter und der Hauseigentümerin stattfinden. Erklärung: Die Sparkasse mietete für den Automaten einen Anbau in ihrer ehemaligen Filiale. Diese wurde bereits vor sechs Jahren aufgegeben.

Rosa Hebestreit: „Ein Bankautomat sollte zur Infrastruktur eines Stadtteiles gehören.“

Das verabredete Treffen wollen gestern insgesamt knapp 30 Stadtteilbewohner nutzen, um mit einer Demonstration den Verbleib des Automaten zu erreichen. Ein letztes Aufbäumen, denn viel Hoffnung haben die Männer und Frauen nicht mehr. Schließlich habe es bereits ein Treffen mit dem Sparkassen-Vorstand Dirk Köhler gegeben. Der habe zwar ihre Argumente nachvollziehen können, die Entscheidung gegen den Automaten aber als unumkehrbar bezeichnet.

Rolf Eggert: „Jetzt muss man Kinder zum Abheben in die Stadt schicken – gefährlich.“

Hinter der Entscheidung steckt aus Sicht der Sparkasse eine Abwägung zwischen „Gemeinwohlorientierung und Kundenorientierung“ auf der einen und „betriebswirtschaftlichen und regulatorischen Anforderungen“ auf der anderen Seite. In einer Pressemitteilung wies das Geldinstitut bereits darauf hin, dass ihre Kunden die Automaten in den Filialen am Sternplatz, in der Hauptstelle und künftig auch im Marktcenter nutzen könnten.

Die Demonstranten verstehen nicht, warum statt ihrem Automaten ein weiterer im Marktcenter – gut einen Kilometer entfernt und unweit der Hauptstelle – kommen soll. Viele von ihnen sowie viele andere Veerßer sind alt. Sie schrecke die schlechte Parksituation in der Innenstadt und die Busfahrt in die Stadt. Besprechen können sie das gestern nicht mit einem Sparkassen-Mitarbeiter – der Termin wird telefonisch abgesagt.

Von Steffen Kahl

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