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Vier Angeklagte am Uelzener Amtsgericht wegen Cannabis-Plantage verurteilt

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Von: Theresa Brand

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Cannabis-Plantage
Eine Indoor-Plantage in Gerdau und fast fünf Kilo Marihuana – vier Angeklagte müssen sich vor dem Amtsgericht Uelzen dafür verantworten.  © Bodo Marks

Weil sie auf einer Indoor-Plantage in Gerdau Cannabis im großen Stil angebaut haben, wurden jetzt vier Angeklagte vor dem Amtsgericht in Uelzen verurteilt. Auf die Täter warten unterschiedliche Bewährungs- und Geldstrafen.

Uelzen/Gerdau – Fast fünf Kilo Cannabis-Blätter und -Blüten, zahlreiche Pflanzen, 16 Setzlinge und professionelles Zubehör für eine Plantage: Für den gemeinsamen Besitz und Handel mit Drogen wurden jetzt vor dem Amtsgericht Uelzen drei Angeklagte zu Bewährungsstrafen und einer zu einer Geldstrafe verurteilt.

Laut Anklage haben zwei junge Männer, die bereits mehrfach wegen Drogenbesitz und -anbau vor Gericht standen, im Jahr 2020 zusammen in Gerdau die Indoor-Plantage aufgezogen. Beide geben zu, in der Zeit extrem viel Marihuana konsumiert zu haben. „Man hat halt morgens angefangen und abends beim ins Bett gehen aufgehört“, gibt einer der Männer zu. Täglich hätten er und sein Kumpel vier bis fünf Gramm geraucht. Um den hohen Eigenbedarf zu decken, hätten sie schließlich im Haus eines Bekannten selbst Cannabis angebaut. Die Idee, damit zu handeln, sei ihnen erst später gekommen. Beide Angeklagten haben ihre Taten bereits im Vorfeld gestanden.

Die 36-Jährige, die ebenfalls auf der Anklagebank sitzt, war zu dieser Zeit mit einem der beiden Männer liiert. Ihr wird vorgeworfen, als „Mädchen für alles“, wie sie es selbst nennt, geholfen zu haben. Anfangs habe sie die Lage völlig falsch eingeschätzt, erklärt sie. Sie habe sich um die Pflanzen gekümmert, mit konsumiert, sich aber weiter keine Gedanken gemacht. Auch sie hat vorab alles zugegeben.

Der Vierte im Bunde ist laut Anklage nur geringfügig beteiligt. An seine Adresse haben die beiden Hobby-Gärtner das Zubehör schicken lassen, er habe von nichts gewusst. Erst bei der zweiten Lieferung sei er skeptisch geworden, gibt der 37-Jährige an: „Das war Zufall. Ein Karton war kaputt, und da habe ich einen Schornstein gesehen.“ Für ihn der Moment zu sagen: „Ich bin raus.“ Er habe gedacht, dass seine Freunde Zubehör für den Anbau zum Eigenbedarf brauchten, habe aber nicht weiter nachfragen wollen. Eine letzte Lieferung sei noch auf dem Weg, hieß es darauf, und der 37-Jährige ließ sich breitschlagen. Das wird ihm später zur Last gelegt, denn Richter Rainer Thomsen meint: „Ihnen muss doch klar gewesen sein, dass das nicht nur drei Blumentöpfe waren.“

Inzwischen sind die beiden Haupttäter frei von Drogen, haben ein festes soziales Umfeld. Die 36-Jährige hat sich vom damaligen Partner getrennt, der 37-Jährige wohnt mittlerweile in Hessen und hat mit den anderen keinen Kontakt mehr. In den Plädoyers der Verteidiger wird all das für mildernde Umstände herangezogen, der Adressat der Pakete solle freigesprochen werden.

Er wird von Richter Thomsen zu einer Geldstrafe verurteilt. Die junge Frau erhält sechs Monate auf Bewährung und eine Geldbuße. Die beiden Initiatoren werden zu 1,8 und zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Einer erhält zudem eine Geldstrafe, der andere muss gemeinnützige Arbeit leisten.

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