Erneut verurteilt – aber ohne Haft

Urteil vor Uelzener Amtsgericht: Wurf mit Bierglas – Ageklagter bekommt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung

Der Angeklagte N. muss trotz erneuter Verurteilungen zunächst nicht wieder ins Gefängnis. Er wurde vor dem Amtsgericht Uelzen vertreten von Rechtsanwältin Wiebke Schröder.
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Der Angeklagte N. muss trotz erneuter Verurteilungen zunächst nicht wieder ins Gefängnis. Er wurde vor dem Amtsgericht Uelzen vertreten von Rechtsanwältin Wiebke Schröder.

Uelzen – Sieben Mal stand der Angeklagte N. bereits vor Gericht, meist wegen gefährlicher Körperverletzung. 2016 wurde er zu einem Jahr und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt.

Auch beim aktuellen Verfahren befand Richterin Dr. Claudia Hagemann am Amtsgericht Uelzen den Angeklagten in drei von vier Fällen für schuldig – dennoch muss N. erst einmal nicht erneut hinter Gitter.

Er erhielt ein Jahr und sechs Monate zur Bewährung, unter den Voraussetzungen, nicht erneut straffällig zu werden und eine sechswöchige ambulante Therapie bis zum 31. März 2020 anzutreten. Der Hintergrund für dieses Urteil ist zum einen in der Jugend des 20-Jährigen zu sehen, der im Alter von 13 Jahren mit seiner Familie rund ein Jahr von Afghanistan, um den Taliban zu entgehen, nach Deutschland geflüchtet war. Außerdem gab es für N. kein „Übergangsmanagement“, als er Anfang 2018 aus der Justizvollzugsanstalt Hameln entlassen wurde.

„Der Angeklagte leidet unter Depressionen und hat seine Aggressivität nie therapieren lassen. Er hat in Schule und Familie viel Gewalt erlebt“, verlas eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe aus einem Gutachten.

VON TIMO HÖLSCHER

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