Urteil: Suleiman K. und Ramadan N. müssen ins Gefängnis

Gericht bescheinigt Lust am Schlagen

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Für Suleiman K. und Ramadan N. aus Uelzen geht es lange Zeit hinter Gitter.

Uelzen/Lüneburg. Das Lüneburger Landgericht hat am Freitag Suleiman K. und Ramadan N. zu Haftstrafen verurteilt.

Wegen gemeinschaftlicher Erpressung und einer gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung sowie weiterer einzubeziehender Straftaten und Strafen aus früheren Urteilen werden die beiden 24 und 26 Jahre alten Uelzener ins Gefängnis gehen.

Gegen Ramadan N. wurden Freiheitsstrafen von zwei Jahren und fünf Monaten sowie von zwei Jahren und drei Monaten verhängt, er hat zudem 5000 Euro Schadensersatz an ein Opfer zu zahlen. Suleiman K. wurde zu einem Jahr und zehn Monaten sowie sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Obwohl bei einem Strafmaß von unter drei Jahren eine Bewährungsstrafe in Betracht gezogen werden kann, kam diese Option im Fall von Suleiman K. für das Gericht nicht in Betracht. „Sie haben in den letzten Monaten der Gerichtsverhandlung keine Gelegenheit ausgelassen, um vor Gericht einen wirklich schlechten Eindruck zu hinterlassen“, wandte sich die Vorsitzende Richterin in ihrer Urteilsbegründung an den Angeklagten. Sie erinnerte die Prozessbeteiligten daran, wie K. während der laufenden Gerichtsverhandlung im Saal herumgelaufen sei, mit den Zuschauern gefeixt und gegen den Metallkoffer eines Verteidigers getreten habe.

„Das Schlimmste jedoch“, richtete die Richterin ihre Worte an beide Angeklagten, „ist die Tatsache, dass alle Straftaten mehr als deutlich zeigten, dass Sie keine Achtung vor der körperlichen Unversehrtheit anderer Menschen haben.“ Als Begründung diente der Richterin die letzte von den Männern gemeinschaftlich begangene Tat: Da hätten die Zwei in einem Auto gesessen, schilderte sie noch einmal die Ereignisse, und dabei einen Mann die Straße entlang gehen sehen. Die beiden im Auto seien ausgestiegen, hätten den Mann angepöbelt. Schließlich sei er mit zwei schweren Faustschlägen niedergestreckt worden. „So ein Vorfall lässt sich nicht erklären“, sagte die Vorsitzende. „Es gab keinen Grund, keinen Anlass, außer, dass Sie Lust hatten, jemanden zu schlagen und ihr Freund daneben steht und meint, zu Ihnen halten zu müssen“, sprach die Vorsitzende wieder Suleiman K. an.

Bei dem Fall der Erpressung ging das Gericht bei der Urteilsfindung von einer sogenannten Schutzgelderpressung aus, weil dem Opfer, einem Restaurantinhaber, in seinem Lokal ein „Besuch“ angedroht worden sei. Wie berichtet, hatten die Angeklagten von dem Opfer schließlich 3000 Euro erhalten.

Das gefällte Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Angelika Jansen

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