Friedhofsverband reagiert auf Trend: Neue Bestattungform in Uelzen

Urnengrab ohne Pflegeaufwand

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Andreas Sterneck und Alminius Bleeker zeigen die neu angelegte Bestattungsfläche: Bis zu 100 Urnen sollen auf den geschwungenen und bepflanzten Feldern des Uelzener Friedhofs Platz finden.

Uelzen. Immer weniger alte Menschen wollen nach dem Tod den Angehörigen noch zur Last fallen, indem diese sich um die Grabpflege kümmern müssen. Das weiß Uelzens Friedhofsverwalter Andreas Sterneck aus täglichen Gesprächen.

Eine Möglichkeit sei es, Waldbestattungen anzubieten, wie es die Stadt Uelzen plane, um dem Wunsch der Menschen nachzukommen, sagt Sterneck. Damit aber laufen zunehmend die Friedhöfe leer. Aus diesem Grund hat sich der Friedhofsverband Uelzen, der den Friedhof an der Scharnhorst-Straße unterhält, für einen anderen Weg entschieden. Er bietet ab sofort eine neue Bestattungsform auf dem Uelzener Friedhof an: Auf einem bepflanzten Areal des Friedhofs können bis zu 100 Urnen beigesetzt werden, ohne dass Angehörige die Grabflächen zu pflegen brauchen.

Ende vergangener Woche wurden die Arbeiten abgeschlossen. Andreas Sterneck und Alminus Bleeker, Vorstandsvorsitzender des Friedhofsverbandes, lassen ihre Blicke über die gepflanzten Stiefmütterchen und Bodendecker auf angelegten Feldern in verschiedenen Größen und Formen schweifen. Nach den Vorstellungen der beiden werden schon bald die ersten Urnen hier in die Erde gelassen. „Immer an den Rändern der Felder, damit die Angehörigen an die Gräber herantreten können“, erklärt Sterneck. Es bestehe die Möglichkeit, Grabsteine oder Findlinge mit Inschriften setzen zu lassen, die Gräber würden aber nicht sichtlich voneinander getrennt. Und: Die Pflege der Felder übernehme der Friedhofsverband. „Viele glauben, dass ein Platz auf dem Friedhof immer mit einer Pflege verbunden ist“, sagt Bleeker. Deshalb würden Alternativen gesucht. Jetzt gebe es eine solche Alternative auf den Uelzener Friedhof. „Hier gibt es auch die bestehende Infrastruktur mit Wegen, Bänken und einer Kapelle“, so Andreas Sterneck.

Der Friedhofsverband lässt sich die Pflege bezahlen. Urnengräber auf den neu angelegten Feldern sind teurer als Urnengräber ohne Betreuung. 2000 Euro betragen die Friedhofsgebühren für einen Zeitraum von 20 Jahren. Solange währt die gesetzlich vorgegebene Ruhezeit. Reihengräber werden nach Ablauf dieser Zeit eingeebnet. Für die Urnengräber auf der neuen Anlage könne die Ruhezeit verlängert werden, sagt Sterneck.

Der Friedhofsverwalter verhehlt nicht, dass das neue Angebot der Versuch ist, den Friedhof auf Sicht kostendeckend betreiben zu können. Der Verband wurde zwar vom Kirchenkreis aufgebaut, erhalte aber weder Zuschüsse der Kirche noch von der Kommune. Dabei stehe er vor der Situation, dass immer mehr Flächen auf dem Friedhof inzwischen frei geworden seien, aber dennoch unterhalten werden müssten.

Von Norman Reuter

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