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UPDATE: Toter Wolf bei Uelzen: Tier wurde nicht erschossen

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Von: Lars Becker

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Ein Wolf läuft in Hessen umher.
Ein Wolf (Symbolbild) wurde tot im Kreis Uelzen entdeckt. © Boris Roessler / dpa

Es gibt neue Erkenntnisse zu dem Wolf, der tot an Silvester auf einem Feld bei Uelzen gefunden wurde.

(Update vom 5. Januar): Eimke/Hannover – Der am Silvestertag auf einem Acker in der Gemeinde Eimke entdeckte verendete Wolf (AZ berichtete) ist nicht erschossen worden. Das hat nach Angaben von Mittwochabend aus dem Niedersächsichen Umweltministerium die Untersuchung des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Potsdam ergeben. Der Wolf sei totgebissen worden. „Es ist gut, dass wir so schnell ein eindeutiges Ergebnis bekommen haben. Darum ist es klug, immer erst Untersuchungen von Experten abzuwarten und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen“, so Umweltminister Olaf Lies.

(Erstmeldung vom 3. Januar): In der Gemeinde Eimke hat ein Jäger bereits am Mittag des Silvestertages einen offenbar illegal abgeschossenen Wolf auf einem Acker gefunden. Das hat die Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen am Monat mitgeteilt.

Eimke – „Das Tier wies augenscheinlich zwei Verletzungen – möglicherweise durch Schüsse – auf“, heißt es seitens Ermittler, die weiter darauf hinweisen, dass Anwohner bereits in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2021 „atypisches Wolfsgeheul wahrgenommen“ hätten. Womöglich also war das Tier bereits Tage vorher geschossen worden.

Ein von der Polizei hinzugezogener Wolfsberater habe den Kadaver ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Potsdam überführt. Die weiteren Ermittlungen wegen einer Straftat gegen das Bundesnaturschutzgesetz und Untersuchungen des Tieres dauerten an, so die Polizei, die Hinweise aus der Bevölkerung unter (05 81) 93 00 entgegennimmt.

Umweltminister Olaf Lies reagierte auf AZ-Anfrage auf die Nachricht vom Abschuss des Wolfes

Umweltminister Olaf Lies reagierte auf AZ-Anfrage auf die Nachricht vom Abschuss des Wolfes in Eimke: „Für den Bereich gibt es derzeit keine gültige Ausnahmegenehmigung, einen Wolf zu töten. Wir müssen zunächst die weiteren Untersuchungen des Kadavers abwarten und schauen, was die Polizei ermittelt. Klar ist für mich persönlich aber auch: Wurde der Wolf tatsächlich illegal erschossen, dürfen wir das nicht einfach hinnehmen. Der Wolf ist als Art streng geschützt und es gelten strenge Regeln, in welchen Fällen einzelne Tiere eines Rudels getötet werden müssen. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss entsprechend zur Verantwortung gezogen werden. Selbstjustiz gegenüber dem Wolf dürfen und werden wir in Niedersachsen nicht zulassen.“

Allerdings zeige sich für den Fall, dass sich der illegalen Abschuss bestätigen sollte, dass der Staat immer wieder seine Handlungsfähigkeit unter Beweis stellen müsse.

„Wir beobachten sehr genau, prüfen die einzelnen Fälle, entscheiden über Ausnahmegenehmigungen und erst dann erfolgt die Tötung. So funktioniert das in einem Rechtsstaat“, so Lies.

Der Wolf gilt in Deutschland als stark gefährdet. Deshalb ist es grundsätzlich verboten, ein gesundes Tier zu töten, zu verletzen oder zu verfolgen. Bei Missachtung drohen hohe Geld- und sogar Haftstrafen. Das Umweltministerium geht aktuell von 39 Wolfsrudeln im Land aus. Im Landkreis Uelzen sind Rudel in Ebstorf und Bad Bodenteich bekannt.

Es gab etwa 2020 befristete Abschussgenehmigungen des Landkreises Uelzen für zwei Wölfe, die nachweislich an Nutztierrissen beteiligt gewesen waren: ein Rüde aus dem Ebstorfer Rudel und eine Fähe aus dem Rudel Eschede/Rheinmetall. Bei 25 Nutztierrissen waren im Jahr 2020 im Kreisgebiet 132 Schafe durch Wölfe getötet oder verletzt worden. In Eimke selbst waren im Oktober 2020 exakt 91 weiße Holzkreuze aufgestellt worden – für die gerissenen Tiere des Eimker Schäfers Gerd Jahnke.

(Erstmeldung vom 3. Januar, 14 Uhr): pm Eimke. Einen verendeten Wolf entdeckte ein Jagdberechtigter bereits in den Mittagsstunden an Silvester auf einem Acker im Bereich der Gemeinde Eimke im Kreis Uelzen und verständigte daraufhin die Polizei. Das Tier wies augenscheinlich zwei Verletzungen – möglicherweise durch Schüsse – auf. Durch den hinzugezogenen Wolfsberater wurde der Kadaver ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin/Potsdam überführt. Durch Anwohner wurde bereits in den Nachtstunden zum 27. Dezember atypisches Wolfsgeheul wahrgenommen. Hinweise nimmt die Polizei Uelzen, Telefon (05 81) 93 00, entgegen.

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