Ex-Ministerpräsident besucht Uelzen

Unwissentliche „Revanche“: Die Köpps und David McAllister sind jetzt „quitt“

Der ehemalige Ministerpräsident David McAllister (links) traf beim Wahlkampf-Termin mit Wiebke Köpp in Uelzen auch deren Mann Lars Willem, der ihn wiederum 1998 als JU-Kreisvorsitzender unterstützt hatte.
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Der ehemalige Ministerpräsident David McAllister (links) traf beim Wahlkampf-Termin mit Wiebke Köpp in Uelzen auch deren Mann Lars Willem, der ihn wiederum 1998 als JU-Kreisvorsitzender unterstützt hatte.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
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Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister war am Mittwoch zu Gast in Uelzen. Er war Redner bei einer Wahlkampfveranstaltung der CDU-Bürgermeisterkandidatin Wiebke Köpp.

Uelzen – Vom Wahlkampf-Auftritt mit CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet im Rittergut Hammerstein in Gyhum-Bockel im Landkreis Rotenburg brach er am Mittwoch früher auf, um am Mittag fast pünktlich in der „Wählbar“ an der Lüneburger Straße in Uelzen zu sein. Hierher hatte ihn Wiebke Köpp eingeladen, die christdemokratische Bürgermeister-Kandidatin für die Hansestadt.

„Man muss da Prioritäten setzen, wenn Uelzen ruft“, sagte David McAllister. Der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident provozierte damit im vollbesetzten Saal den zweiten Lacher, nachdem er sich zuvor schon bei Landrat Heiko Blume für die Einreisegenehmigung in den Landkreis bedankt hatte.

Erinnerungen an den 23. Dezember in Uelzen

Der „engagierten, kompetenten und jungen Frau“ Wiebke Köpp wünschte er für die Kommunalwahl am 12. September „von Herzen viel Erfolg“. Sie habe ein prima Programm aufgelegt, mit dem man in Uelzen Dinge besser machen könne als in der Vergangenheit. Er freue sich sehr, mal wieder in der Stadt zu sein. Nur zu gut hätte seine ganze Familie die Stadt in bester Erinnerung. Der Abschluss des Adventskalenders am 23. Dezember vor dem Alten Rathaus sei nämlich für jeden Ministerpräsidenten einer der schönsten Termine des Jahres.

McAllisters Besuch bei Köpp, dem Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer und der CDU in Uelzen barg aber vor allem wegen der „niederschmetternden, bedrückenden Entwicklung der letzten Tage“ in Afghanistan besondere Aktualität. Der 50-Jährige ist nämlich seit 2017 Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte, gemeinsame Sicherheit und Verteidigungspolitik im Europäischen Parlament.

Ausschuss tagt heute in Brüssel

Dieses Gremium hat David McAllister für den heutigen Tag zu einer Sondersitzung nach Brüssel bestellt. Josep Borrell, der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, habe ihm auf der Fahrt nach Uelzen „in Höhe Bad Bevensen“ die Zusage per WhatsApp gegeben, in der Sitzung des Ausschusses Rede und Antwort zu stehen.

Mit Blick auf die vor den Taliban flüchtenden Menschen gelte es, vor allem humanitäre Hilfe zu leisten und Fehler aus der Flüchtlingskrise 2015 nicht zu wiederholen. „Ich erwarte eine massive Unterstützung für die Nachbarländer Afghanistans, um die Versorgung der Menschen sicherzustellen. Das steht jetzt im Mittelpunkt“, so McAllister, der in Uelzen fast 90 Minuten lang ohne jedes Manuskript redete. Dabei ging es natürlich um die Bundestags- und Kommunalwahlen, aber unter dem Motto „EU für UE“ auch um Fördergelder aus Brüssel für die Heideregion – Stichwort Leader-Programm.

„Wahlkampf macht Spaß, man muss nur gewinnen“

Wiebke Köpp überraschte McAllister anfänglich mit der These, dass beide nun „quitt“ seien. Schließlich habe ihr Mann ihn 1998 als Kreisvorsitzender der Jungen Union im Landtags-Wahlkampf unterstützt. „Ein Köpp hat ihnen vor 23 Jahren geholfen. Einfach klasse, dass sie jetzt hier sind, um meinen Bürgermeister-Wahlkampf zu unterstützen“, so die CDU-Politikerin.

David McAllister – einst ehrenamtlicher Bürgermeister von Bad Bederkesa und von 1996 bis 2010 Abgeordneter im Cuxhavener Kreistag – tat es augenscheinlich gerne. Da halte er es mit dem ersten Kanzler Konrad Adenauer, wie er betonte: „Wahlkampf macht Spaß, man muss nur gewinnen.“

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