Wetter für Uelzen und das Isenhagener Land

Selbst Tornados nicht ausgeschlossen

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Isenhagener Land/Uelzen. Dem Isenhagener Land und dem Landkreis Uelzen steht heute - wie dem gesamten nordöstlichen Niedersachsen - vermutlich eine unangenehme Nacht bevor. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Unwettern mit heftigem Starkregen (zum Teil über 40 Liter pro Quadratmeter), Hagelkörnern mit Durchmessern von bis zu 5 Zentimetern und Orkanböen mit 120 Stundenkilometern.

Selbst Tornados sind nach Angaben der Meteorologen nicht ausgeschlossen. Auch AZ-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski teilt die Befürchtungen des Wetterdienstes. Für heute Abend sei mit bis zu 13 Kilometer hohen Wolkentürmen zu rechnen - üblich seien sonst bis zu 10 Kilometer. Das schaffe hoch oben in der Atmosphäre möglicherweise die Bedingungen für die Bildung großer Hagelkörner.

 

Vorher dürften die Temperaturen heute noch einmal auf bis zu 33 Grad klettern. "Wir haben derzeit eine Luftmasse, die in dieser Jahreszeit noch nie da war", sagt Zakrzewski. Werte wie zuletzt gehörten eher in den späten Juli oder den August.

Die aktuelle besondere Wetterlage sieht der Experte als ein weiteres Indiz für den Klimawandel. Gleiches gelte für die über lange Zeit stabilen Regengebiete, die kürzlich zu den Hochwassern in Deutschland führten. Die Nacht zu Donnerstag war laut Zakrzewski nicht die erwartete Tropennacht - im Gewitter seien die Temperaturen dann doch noch unter 20 Grad gefallen.

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Drei Blitze pro Sekunde

Allerdings dürften viele Menschen in aufgehitzten Häusern bei Gewittergrollen trotzdem nicht viel Schlaf gefunden haben. Im Gifhorner Nordkreis stand das Quecksilber abends nach 23 Uhr noch bei 25 Grad, örtlich gar darüber. Was dann kam, war allerdings laut "Zaki" ein Tropengewitter: Im Raum Lüneburg-Uelzen seien am späten Mittwochabend zwischen 23 und 24 Uhr insgesamt 9000 Blitze gezählt worden - das sind 3 pro Sekunde. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt Zakrzewski.

Ursache sei eine so genannte Mesozelle gewesen: Mehrere Gewitterzellen hatten sich über Norddeutschland vereinigt. In Uelzen fielen 50 Liter Niederschlag innerhalb von 6 Stunden pro Quadratmeter, ein Viertel davon zwischen 0 und 1 Uhr.

Von Holger Boden

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