Amtsgericht Uelzen: Angeklagter ist immer wieder ohne Fahrschein in Metronom-Zügen unterwegs

Unverbesserlicher Schwarzfahrer

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Trotz Hausverbot wegen Schwarzfahrens ist B. immer wieder ohne Ticket mit Metronom-Zügen gefahren.

Uelzen. B. fährt gerne Zug, mit der Bezahlung nimmt es der Suderburger aber oft nicht so genau. Weil er von den Zugbegleitern immer wieder ohne Fahrkarte erwischt wurde, hat ihm Metronom ein Hausverbot in allen Zügen erteilt.

Das hielt den 38-Jährigen aber nicht davon ab, trotzdem mit den Zügen der Uelzener Eisenbahngesellschaft zu reisen.

Was Schwarzfahrer gerne als Kavaliersdelikt abtun, ist vor dem Gesetz eine Straftat. Die Konsequenz: B. wird wegen Schwarzfahrens und Hausfriedensbruchs in mehreren Fällen angeklagt. Der Fall wurde jetzt am Uelzener Amtsgericht verhandelt.

„Stimmt schon“, gibt B. nach dem Verlesen der Anklage zu. „Ich bin oft gefahren, meist Hin- oder Rückfahrt ohne Ticket.“ Oft sei er zu seiner Familie nach Hannover gereist, weil sich B. dort finanzielle Unterstützung erhofft hatte. Geld für das Zugticket habe er aber nicht gehabt.

Nachdem Metronom ein Hausverbot erlassen hatte, setzte sich B. trotzdem wieder in den Zug. Und auch auf anderen Zugstrecken wurde der Angeklagte erwischt. „Von Suderburg aus fahren ja nur diese Züge“, argumentiert er. „Das ist keine Entschuldigung“, findet Richterin Claudia Hagemann. „Nach Uelzen hätten Sie auch mit dem Bus fahren können.“ Diesem Argument kann B. nicht wirklich etwas entgegensetzen.

Und auch am Suderburger Bahnhof soll sich B. danebenbenommen haben. Ein Mann hat ihn angezeigt, weil B. ihn geschubst und mit der Hand ins Gesicht geschlagen hat. Der Auslöser sei gewesen, dass B. zwei Frauen belästigt hat und das Opfer ihn dazu aufgefordert hat, das zu unterlassen.

„Da war keine Gefahr, keine Bedrohung“, beteuert B. Er sei zu dem Mann gegangen, um mit ihm zu reden. Die Richterin hält das für keine gute Idee: „Da ahnt man doch, dass das heikel wird. Sie hätten sich dem entziehen müssen!“

In einem Friseursalon in Bahnhofsnähe ist B. aufgefallen, als er betrunken die Angestellten belästigt, einem Polizeibeamten vor die Füße gespuckt und ihm mit der Hand gegen die Brust gehauen hat. „Vieles lief nicht“, erklärt B. „Ich hatte persönliche Probleme und keine Arbeit.“

Immerhin, eine Arbeitsstelle hat er mittlerweile in Uelzen gefunden. Zu der fährt er mit den Metronomzügen, das Hausverbot wurde inzwischen aufgehoben. Und laut eigener Aussage kauft sich B. jetzt immer eine Monatskarte. Die verschiedenen Delikte werden zu zwei Gesamtfreiheitsstrafen von jeweils sechs Monaten Haft auf Bewährung zusammengefasst. Das Verfahren gegen B. wegen Körperverletzung wird eingestellt.

Von Sandra Hackenberg

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