Das Gas ist für den Menschen nicht wahrnehmbar und tödlich

Kohlenmonoxid: Die unterschätzte Gefahr

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Mit solchen Messgeräten können Feuerwehrleute Kohlenmonoxid feststellen. Inzwischen gibt es auch Alarmsysteme für die Wohnung, die vor dem Gas warnen.

Uelzen/Landkreis. Es ist geruchlos, vom Menschen nicht wahrnehmbar und eine tödliche Gefahr – die Rede ist von dem Gas Kohlenmonoxid.

Der Fall einer vierköpfigen Familie aus Esslingen, die an einer Kohlenmonoxidvergiftung starb (AZ berichtete), hat dies jetzt wieder gezeigt. Uelzens Kreisbrandmeister und Schornsteinfeger Helmut Rüger zufolge unterschätzen viele Menschen die Gefahren, die von diesem Gas ausgehen. In der AZ gibt er Tipps zum richtigen Heizen und erklärt, wie Kohlenmonoxid entsteht.

Was macht Kohlenmonoxid so gefährlich?

Das Gas ist geruchlos und es zeigen sich keine toxischen Symptome wie etwa gereizte Atemwege oder brennende Augen. „Eine Konzentration von einem Prozent in der Raumluft ist aber schon tödlich“, erklärt Rüger. Kohlenmonoxid kann sich über mehrere Tage schleichend im Blut von Personen ablagern. Typische Anzeichen sind dann etwa Kopfschmerzen und ein allgemeines Unwohlsein. Das Problem dabei sei, dass diese Symptome oft nicht mit einer Kohlenmonoxidvergiftung in Zusammenhang gebracht werden, sondern mit Erkältungssymptomen oder anderen Erkrankungen.

Wie entsteht das Gas?

Die Möglichkeiten für das Entstehen von Kohlenstoffmonoxid sind vielfältig. „Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass das Gas nur beim Heizen mit Holz oder Kohle entsteht“, sagt Rüger, „das Gas kann bei allen Brennstoffen entstehen.“ Ursachen sind etwa falsch eingestellte automatische Brennkammern in der Heizungsanlage, das Verbrennen falscher Heizstoffe oder Probleme beim Rauchabzug über den Schornstein. „Die Leute müssen sich klar sein, dass sie in einem Ofen, der mit Koks betrieben werden soll, auch nur Koks verbrennen dürfen und nicht Holz“, sagt Rüger. Inzwischen gebe es etwa Öfen, die eine bestimmte Sorte Holz oder eine Größe für den Brennstoff vorschreiben würden. Hier sei es sehr wichtig, sich genau an die Vorgaben der Hersteller zu halten. So haben unbehandelte Bretter laut Rüger nichts in einem Ofen zu suchen.

Welche Möglichkeiten gibt es, das Gas festzustellen?

Laut dem Kreisbrandmeister gibt es Kohlenmonoxid-Melder in allen erdenklichen Preisklassen. Sie reichen vom einfachen Alarmgeber bis zu untereinander vernetzten Alarmsystemen. Vom Aussehen ähneln die Geräte Rauchmeldern. Feuerwehrleute nutzen am Gürtel tragbare Messgeräte.

Wieso ist die Wartung so wichtig?

Um Fehler bei Heizungsanlage sowie beim Rauchabzug festzustellen, müssen die Anlagen regelmäßig gewartet werden, betont Rüger. So kann etwa der Schornstein defekt sein. Gleichzeitig könnte auch der Abzug zu kurz angelegt sein, sodass der Rauch nicht richtig abgeführt wird. Bei der Heizungsanlage wird überprüft, ob der Heizstoff sauber verbrannt wird oder ob es Leckagen gibt, über die Kohlenmonoxid austreten könnte.

Von Lars Lohmann

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