Unterricht auf vier Rädern

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High-Tech im Bauch eines 20 Jahre alten Berliner Doppelstockbusses: Eine pfiffige Idee, fanden die Schüler.

Uelzen/Landkreis - Von Michael Koch. Wissensvermittlung mal ganz anders, nämlich im Bauch eines 20 Jahre alten Berliner Doppelstockbusses, erlebten die Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) I gestern auf dem Parkplatz an der Wilhelm-Seedorf-Straße in Uelzen.

Das Team des „Microsoft-Developer-Networks“ war die Tage zuvor bei den Firmen Siemens sowie Carl-Zeiss zu Besuch, gestern machte es Halt in der Uhlenköperstadt. In dem mit High-Tech vollgestopften Reisegefährt erlebten Besucher, wie Software-Entwicklung in der Praxis aussieht, und das nicht anhand von schnöden Zahlenreihen und Programmcodes, sondern auf Flatscreens, Tablet-PCs und Smartphones. Schulleiter Stefan Nowatschin sieht den Besuch des Teams als Glücksfall: „Das ist Lernen an einem anderern Ort. Wir begrüßen es, wenn Unterricht durch solche Zusatzangebote flankiert wird.“

Dass der Kontakt zustande kam, ist dem ehemaligen Ebstorfer Kay Giza geschuldet. Er leitet die Bustour und hat einst bei der Uelzener Stadtverwaltung gelernt. Vor sieben Jahren hat es ihn nach München zur Deutschen Zentrale des Software-Giganten verschlagen. Der Kontakt zu seiner ehemaligen Heimat wurde zufällig durch Frank Brandstäter, Lehrer an den BBS I, wiederbelebt. „Schnell war klar, wir kommen gerne“, schildert Giza.

Besondere Herausforderung für den Software-Fachmann und sein Team ist es, sich bei der Tour durch Deutschland auf die diversen Zuhörer-Gruppen einzustellen. Denn bei Siemens sehen Vorträge naturgemäß anders aus als an einer BBS.

Und wie kann man sich so einen Vortrag vorstellen? Um Interessierten etwa einen Einblick in die Welt der Computerspiele-Programmierung zu gewähren, kramten die Experten den Videospiele-Klassiker „Space Invaders“ aus den 80er-Jahren hervor. Während auf Bildschirmen in beiden Stockwerken des Busses Infos zu dem Spiel und dessen Programm-Struktur angezeigt wurden, konnte man zusätzlich via Tablet-PCs auf Web-Recherche gehen.

Mit einem Walkie-Talkie konnten auch die Schüler im ersten Stock des Busses, die hinter einer Plexiglasscheibe der Präsentation folgten, mit in die Diskussion einsteigen. Diese Art Wissensvermittlung kommt an: „Das hat man nicht jeden Tag“, findet Catharina Schneidenbach aus Lüchow-Dannenberg. Ähnlich sieht es Mitschüler Artur Glanz, dem es die handlichen Tablet-PCs angetan haben: „So eins hätte ich gern für den Unterricht.“

Gestern Abend tourte der Bus weiter in Richtung Braunschweig. Heute macht er Halt in Hamburg und am Freitag ist er in München. Wo er noch überall hält, erfährt man unter http://www.msdn-on-tour.de.

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