„Unter Leute kommen“

Bummeln und Schlendern – verkaufsoffene Sonntage haben ein anderes Tempo als gewöhnliche Werktage.

Uelzen - Von Janina Fuge. Komme, was wolle: Notfalls müssen sich Frühlingsgefühle auch dank wärmender Gedanken gegen düstere Wolken durchsetzen. „Gutes Wetter ist eben eine Einstellungssache“ – jedenfalls für Gabi Manske. Die Uelzenerin ließ sich nicht schrecken – und genoss auch bei Bibbertemperaturen, kühlem Wind und Regenschauern gestern das Eis im Freien. Zusammen mit Stephanie Bösch, für die es schon die dritte Freiluft-Eis-Schleckerei des Jahres war, ließ sie sich die gute Laune nicht verderben, mit der beide zu Uelzens erstem verkaufsoffenen Sonntag des Jahres aufgebrochen waren.

Auf derselben Welle schwammen da vermutlich die meisten anderen der Tausenden von Bummel-Willigen, Eisfreudigen, Kauf- und Schaubegeisterten, die es gestern durch die Innenstadt und die Marktstraßen zog – vielleicht zu einem der letzten Male in die Marktstraßen alter Form, deren Umgestaltung bevor steht. Die Geschäfte lockten mit vielen Angeboten und Sonderverkäufen, überall gab’s Dinge auszuprobieren, anzufassen, mitzunehmen. Die Fußgängerzone zeigte sich in blumigem Glanz: Stiefmütterchen, Hornveilchen, riesige Bellies und Primeln leuchteten in satten Farben um die Wette – „die Menschen freuen sich einfach, wenn es zu den grauen Wolken auch ein bisschen Farbe zu sehen gibt“, meinte Blumenverkäuferin Rebekka Drangmeister.

Satt sehen – und essen. Ob mit Eis, Bratwurst – oder Waffeln. Auch das gehört zu den Attraktionen der „Verkaufsoffenen“. Bezuckerte Herzwaffeln hatte beispielsweise Annette Kraft samt Sohn und Ehemann ergattert. „Die beiden Männer gehen gleich wieder nach Hause – und ich kaufe noch ein“, freute sie sich über den idealen Kompromiss im Anschluss an die krümelige Stärkung. Schlendern, verweilen, Zeit nehmen. Verkaufsoffene Sonntage haben ein anderes Tempo als gewöhnliche Werktage. „Wir laufen zwar nicht planlos umher“, meinte Marlies Berndt, die mit Ehemann Hans-Jürgen und Hund Lilli gekommen war, „aber man hat schon mal Zeit, sich einfach ein wenig umzuschauen, sich zu informieren, unter Leute zu kommen – und sich einfach die schöne Stadt ein wenig anzugucken!“

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